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Trotz Diskussionen und Umweltrisikos: Erste Mülltransporte von Ibiza haben Mallorca erreicht

Dabei wäre die umstrittene Lieferung fast geplatzt - weil die Behörden Sicherheitsmängel feststellten

Die erste Müllladung von Ibiza auf ihrem Weg nach Mallorca

Die erste Müllladung von Ibiza auf ihrem Weg nach Mallorca / CIM

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Monatelang war darüber diskutiert worden, am vergangenen Donnerstag (16.7.) war es dann so weit: Ein Frachtschiff hat die ersten rund 120 Tonnen Müll aus Ibiza nach Mallorca gebracht. Fünf Lastwagen transportierten die verpackten Siedlungsabfälle vom Hafen von Palma zur Anlage des Entsorgungsunternehmens Tirme in Son Reus. Dort begann die Verbrennung des Mülls. Mit dem Transport startete ein Pilotprojekt der Inselräte von Ibiza und Mallorca, das die Müllhalde Ca na Putxa auf Ibiza entlasten soll.

Mängel entdeckt

Das Frachtschiff konnte erst mit drei Stunden Verspätung auslaufen, weil Mängel festgestellt worden waren

Das Frachtschiff konnte erst mit drei Stunden Verspätung auslaufen, weil Mängel festgestellt worden waren / CIM

Ursprünglich hatte der Frachter "Al Andalus Express" der Reederei Baleària den Hafen von Ibiza am Mittwochabend (15.7.) bereits um 18 Uhr verlassen sollen. Eine Kontrolle der Seeschifffahrtsbehörde ergab jedoch Mängel bei der Sicherheit des Schiffes und beim Schutz vor Meeresverschmutzung. Die Behörde setzte den Frachter deshalb vorübergehend fest.

Baleària behob die beanstandeten Probleme im Laufe des Abends. Gegen 21.30 Uhr begann die Verladung der fünf Lastwagen. Das Schiff legte damit mehr als drei Stunden später als geplant ab. Pedro Bestard, zweiter Vizepräsident des Inselrats von Mallorca und Umweltdezernent, sowie Ignacio José Andrés Roselló, Dezernent für Umweltmanagement im Inselrat von Ibiza, begleiteten die Arbeiten vor Ort.

Frachter erreicht Palma gegen Mitternacht

Nach einer mehr als vierstündigen Fahrt erreichte die "Al Andalus Express" gegen Mitternacht den Hafen von Palma. Von dort aus fuhren die Lastwagen direkt zur Müllverbrennungsanlage von Tirme. Mit der Anlieferung begann der praktische Teil der Vereinbarung zwischen den beiden Inselräten.

Das Pilotprojekt war in den vergangenen Monaten mehrfach verschoben worden. Mallorca soll demnach einen Teil des Mülls aus Ibiza in Palmas Außenbezirk Son Reus verbrennen, weil sich die Nutzungsdauer der Deponie Ca na Putxa ihrem Ende nähert.

Gegen den Transport regte sich auf Mallorca mehrfach Widerstand. Auch am Mittwochabend versammelten sich rund ein Dutzend Gegner der Mülltransporte an der Müllverbrennungsanlage. Das Bündnis besteht aus 17 Nachbarschafts- und Umweltschutzorganisationen, darunter Mallorcas größter Umweltverband GOB, Terraferida und die Associació de Veïns de Son Sardina.

Anwohner und Umweltschützer protestieren

Die Teilnehmer zeigten Plakate mit der Aufschrift „No a la importació de residus“ („Nein zum Import von Abfällen“). An der Aktion beteiligten sich vor allem Bewohner von Son Sardina, das in unmittelbarer Nähe zu Son Reus liegt. Sie befürchten negative Folgen für das Viertel und seine Einwohner.

Umweltschützer und Anwohner protestierten gegen die Mülllieferung

Umweltschützer und Anwohner protestierten gegen die Mülllieferung / Redaktion DM

Die Plattform wirft dem Inselrat von Ibiza vor, die Folgen seiner Müllpolitik auf die Bevölkerung Mallorcas abzuwälzen. Sie warnt unter anderem vor Unfällen und auslaufenden Abfällen. Zudem könnten durch die Verbrennung mehr Schlacke und Asche entstehen und das Sicherheitsdepot auf Mallorca an seine Grenzen geraten.

Der GOB hat außerdem beim Verwaltungsgericht Klage gegen die Vergabe des Transportauftrags eingereicht. Der Umweltverband sieht Unregelmäßigkeiten bei dem Verfahren. Er hofft, dass das Gericht das Projekt stoppen kann. Nach Ansicht des GOB erhöht die Verbrennung des Mülls aus Ibiza in Son Reus die ökologischen und wirtschaftlichen Belastungen. /somo

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