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Gänsehaut an der Playa de Palma: Meeresschildkröte Nura kehrt ins Mittelmeer zurück

Mit der Freilassung der gesund gepflegten Unechten Karettschildkröte Nura ist an der Playa de Palma die Kampagne „Aquí Salvamos Tortugas“ (Hier retten wir Schildkröten) auf den Balearen gestartet. Sie soll Einheimische und Urlauber darüber informieren, wie sie sich verhalten müssen, wenn sie eine Schildkröte oder ein Nest entdecken

Nuras Weg in die Freiheit: Meeresschildkröte darf an der Playa de Palma zurück ins Meer

Stiftung Palma Aquarium

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Alexandra Bosse

Alexandra Bosse

Eine Meeresschildkröte, zahlreiche Zuschauer und eine klare Botschaft: An der Playa de Palma hat die Stiftung des Palma Aquariums am Donnerstag ( 23.7.) die spanienweite Kampagne „Aquí Salvamos Tortugas“ (Hier retten wir Schildkröten) auf den Balearen vorgestellt. Höhepunkt der Veranstaltung war die Rückkehr der gesund gepflegten Meeresschildkröte Nura ins Mittelmeer.

Nura gehört zur Art Caretta caretta, auf Deutsch Unechte Karettschildkröte. Das Tier war mehrere Monate lang im Rettungs- und Rehabilitationszentrum der Stiftung Palma Aquarium tierärztlich behandelt worden. Nach Abschluss der Therapie konnte es nun wieder in seinem natürlichen Lebensraum ausgesetzt werden.

Bei der Freilassung waren Vertreter der balearischen Landesregierung und mehrerer Inselgemeinden dabei. Auch Kinder aus dem Sommercamp von Palma Aquarium verfolgten, wie Nura in ihren Lebensraum zurückkehrte. Zuvor hatten sie bei einem Vortrag erfahren, welche Gefahren den Tieren im Mittelmeer drohen und wie man bei einer Sichtung richtig reagiert.

Die Kinder des Palma Aquarium Sommercamps waren bei der Freilassung von Nura dabei.

Die Kinder des Palma Aquarium Sommercamps waren bei der Freilassung von Nura dabei. / Stiftung Palma Aquarium

Nicht anfassen, sondern die 112 anrufen

Wer eine verletzte oder geschwächte Schildkröte, ein Weibchen bei der Eiablage, Spuren im Sand oder ein mögliches Nest entdeckt, soll sofort die Notrufnummer 112 wählen. Besonders wichtig ist es, Abstand zu halten und das Tier nicht zu umringen. Auch Blitzlicht, Taschenlampen und andere starke Lichtquellen sollten vermieden werden. Diese können vor allem nachts nistende Weibchen sowie frisch geschlüpfte Jungtiere irritieren. Netze, Schnüre oder Angelhaken sollten keinesfalls eigenmächtig entfernt werden. Bis zum Eintreffen der Fachleute sollte das Tier möglichst wenig gestört und keinesfalls angefasst werden.

121 Schildkrötenfälle in einem Jahr

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt die jüngste vollständige Jahresbilanz der Stiftung Palma Aquarium. Im Jahr 2025 wurden auf Stränden der Balearen 121 Meeresschildkröten registriert. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um lebend gerettete Tiere: Erfasst werden auch tote oder nicht mehr auffindbare Exemplare.

Die Meeresschildkröte Nura kurz vor ihrer Freilassung ins Meer

Die Meeresschildkröte Nura kurz vor ihrer Freilassung ins Meer / Stiftung Palma Aquarium

Insgesamt 26 Schildkröten wurden 2025 zur Behandlung in das Rettungszentrum aufgenommen. Im Laufe des Jahres konnten 29 rehabilitierte Tiere wieder ins Meer entlassen werden – darunter elf Schildkröten, deren Behandlung bereits 2024 begonnen hatte. Die Stiftung gibt die Erfolgsquote bei der Rehabilitation mit 81 Prozent an. Vier Tiere befanden sich zum Jahresende weiterhin in Behandlung. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr. Für 2024 verzeichnete die balearische Landesregierung 89 gestrandete Schildkröten, von denen 45 lebend gefunden wurden. Die meisten Fälle wurden auf Mallorca gemeldet.

Freiwillige kümmern sich um die verletzten Meerestiere in der Rettungsstation der Stiftung Palma Aquarium

Freiwillige kümmern sich um die verletzten Meerestiere in der Rettungsstation der Stiftung Palma Aquarium / Nele Bendgens

Zu den häufigsten Gefahren gehören herrenlose Fischernetze, Angelschnüre, Zusammenstöße mit Booten und verschluckter Plastikmüll. Nach Angaben der Stiftung hatten 2025 rund 30 Prozent der untersuchten Schildkröten Plastik aufgenommen, 15 Prozent waren in Netzen oder Schnüren verfangen.

Stiftung kümmert sich um gestrandete Meerestiere

Die gemeinnützige Stiftung Palma Aquarium wurde 2016 gegründet. Sie bündelt die Naturschutzarbeit des 2007 eröffneten Aquariums und engagiert sich in den Bereichen Artenschutz, wissenschaftliche Forschung und Umweltbildung. Ein Schwerpunkt ist die Versorgung gestrandeter Meerestiere auf den Balearen. Neben Schildkröten kümmert sich das Team auch um Wale und Delfine, Haie sowie andere geschützte Arten. Die Stiftung arbeitet dabei mit der balearischen Artenschutzbehörde COFIB, den Umweltbehörden, Tierärzten und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.

Die Freilassung von Nura steht damit beispielhaft für eine Rettungskette, die häufig mit einem Anruf von Badegästen, Spaziergängern, Fischern oder Bootsbesatzungen beginnt. Die zentrale Botschaft der Kampagne lautet deshalb: Wer eine Schildkröte entdeckt und richtig reagiert, kann entscheidend zu ihrer Rettung beitragen.

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