Seit zwei Jahren im Tierheim: Neun Hunde dürfen nicht adoptiert werden
2024 werden in Algaida 14 Hunde aus der Obhut ihres Besitzers genommen. Heute leben neun noch immer im Tierheim, obwohl es an Interessenten für eine Adoption nicht mangelt. Grund: Der richterliche Beschluss lässt auf sich warten

Guardia Civil
Für neun Hunde aus Algaida ist das Tierheim Natura Parc seit mehr als zwei Jahren kein vorübergehender Zufluchtsort, sondern eine Dauerbleibe. Die Tiere gehörten einem Deutschen und wurden beschlagnahmt, weil sie unter ungeeigneten Bedingungen gehalten worden sein sollen. Seitdem warten sie auf eine Entscheidung des Untersuchungsgerichts Nummer 12 in Palma, die ihnen den Weg in ein neues Zuhause frei machen könnte. Denn solange das Gerichtsverfahren nicht abgeschlossen ist, dürfen sie nicht an eine Familie vermittelt werden.
Seit 2024 im Natura Parc
Der Fall geht auf das Jahr 2024 zurück. Damals rettete die Polizei bei zwei Einsätzen insgesamt 14 Hunde aus einem Haus in Algaida. Seitdem sind sie im Rahmen des städtischen Vertrags zur Aufnahme und Betreuung ausgesetzter Tiere im Natura Parc untergebracht. Fünf Hunde konnten inzwischen nach einer entsprechenden Genehmigung adoptiert werden, ein Tier starb im Dezember 2024.
Hohe Kosten für die Gemeinde
Wegen der fehlenden Fortschritte hat das Rathaus bereits mehrfach eine Beschleunigung des Verfahrens gefordert. Im April 2026 stellte die Gemeinde einen formellen Antrag und verwies dabei vor allem auf die hohen Kosten für die Unterbringung der Tiere.
Pro Hund fallen täglich 5,50 Euro an. Bereits im April 2026 beliefen sich die reinen Unterbringungskosten akkumuliert auf 56.210 Euro. Seitdem ist die Summe weiter gestiegen. Hinzu kommen Tierarztbehandlungen, Impfungen und Entwurmungen, die ebenfalls vollständig von der Gemeinde bezahlt werden. Allein im Juni überwies das Rathaus weitere 12.303 Euro für die Versorgung der Hunde.
Noch schwerer wiegt jedoch der Zustand der Tiere. Ein tiermedizinischer Bericht des Natura Parc vom Juni 2026 warnt vor einer fortschreitenden Verschlechterung ihres körperlichen und seelischen Zustands. Die Hunde litten unter chronischem Stress, Angstzuständen und Verhaltensproblemen. Einige dieser Folgen könnten dauerhaft bleiben, wenn die Tiere noch länger in der Einrichtung leben müssen.
Viele von ihnen sind älter oder leiden unter chronischen Erkrankungen. Sie benötigen eine individuelle Betreuung, die in einem Tierheim nur schwer gewährleistet werden könne. Eine Familie könnte sie besser versorgen.
Interessenten
Am Interesse an den Tieren mangelt es offenbar nicht. Privatpersonen undTierschutzorganisationen hätten sich wiederholt nach den Hunden erkundigt.
Das Rathaus betont, dass die Vermittlung der Tiere das laufende Verfahren gegen den ehemaligen Eigentümer nicht beeinträchtigen würde. Die Tiere seien gechippt, ihre Krankengeschichten vollständig dokumentiert. Zudem gebe es Gutachten, durch die alle für das Verfahren notwendigen Beweise gesichert seien.
Kosten nicht erstattungsfähig
Mit einer Erstattung der bisherigen Kosten rechnet die Gemeinde kaum. Der frühere deutsche Besitzer, der die 14 Tiere unter schlechten Bedingungen gehalten haben soll, werde die inzwischen aufgelaufenen Beträge im fünfstelligen Bereich voraussichtlich nicht bezahlen können. Damit dürfte die finanzielle Belastung dauerhaft bei der öffentlichen Hand bleiben.
Das Rathaus fordert eine schnelle Entscheidung und bittet das Gericht, die bisher verstrichene Zeit, den Zustand der Tiere und die angehäuften Kosten zu berücksichtigen. Die neun noch im Tierheim Natura Parc lebenden Hunde sollen unter den vom Gericht festgelegten Bedingungen endgültig zur Adoption freigegeben werden. Damit soll eine sowohl aus menschlicher wie auch aus finanzieller Sicht untragbare Situation beendet werden.
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