In diesem Mallorca-Ort wird jetzt dreimal pro Woche das Wasser abgestellt - auch Luxushotel betroffen
Wie bereits in den vergangenen Sommern wird die Wasserversorgung in manchen Insel-Dörfern knapp. Warum die Hotelgäste trotzdem weiter duschen können

Ein Wassertankwagen an der Quelle Son Pacs / CAIB
Wie auch in den vergangenen Sommern trifft die anhaltende Trockenheit die Gemeinde Deià im Tramuntana-Gebirge auf Mallorca besonders hart. Auch in diesem Jahr muss das zuständige Rathaus wieder die Notbremse ziehen - und hat am Dienstag (11.8.) Wassersperren für Teile des Gemeindegebiets angeordnet.
"Reicht eindeutig nicht aus"
Konkret soll die Versorgung ab Freitag (14.8.) je montags, mittwochs und freitags unterbrochen werden, bis wieder genügend Wasser zur Verfügung steht. Betroffen sind die Ortschaft Llucalcari und das Luxushotel La Residencia, ebenso wie s’Empeltada, ses Coves de Can Puigserver und Cala Deià sowie verstreut liegende Häuser außerhalb des Ortsgebiets an der Straße in Richtung Sóller. Nach Angaben der Gemeinde lasse die derzeitige Versorgungslage keine andere Möglichkeit zu.
Bürgermeister Joan Ripoll (Agrupació DEIA) begründete die Maßnahme mit der anhaltenden Dürre und dem hohen Wasserbedarf im Sommer. Die wachsende Zahl von Einwohnern und Urlaubern habe dazu geführt, dass das verfügbare Wasser „eindeutig nicht ausreicht“, heißt es in der Verfügung des Bürgermeisters.
"Unangenehm und unvermeidbar"
Deià verbraucht derzeit insgesamt 3.500 Kubikmeter Wasser pro Woche. Fast 35 Prozent davon gelangen laut Ripoll bereits mit Tankwagen in die Gemeinde. Besonders hoch ist der Verbrauch in dem von den Sperren betroffenen sogenannten Sektor Llucalcari. Dort fließen täglich 250 Kubikmeter Wasser. Das Hotel La Residencia verbraucht nach Angaben des Rathauses davon 20 Kubikmeter am Tag.
Ripoll bezeichnete die Einschränkungen als „unangenehm und unvermeidbar“. Die Gemeinde stütze sich dabei auf die Vorschriften ihres Reglements für die öffentliche Wasserver- und -entsorgung.
Weiterhin gelten zudem die bereits im Juli 2025 beschlossenen Einschränkungen für den Wasserverbrauch. Wer nach Auffassung der Gemeinde einen „missbräuchlichen Verbrauch“ verursacht, muss damit rechnen, dass die Wasserversorgung abgestellt wird.
Gut vorbereitet

Archivbild des Luxushotels La Residencia, das ebenfalls von den Wassersparmaßnahmen der Gemeinde betroffen ist / Grupo Belmond
Trotz der Versorgungssperre: Dass die Hotelgäste in La Residencia auf dem Trockenen sitzen werden, davon ist nicht auszugehen. "Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Wir waren darauf vorbereitet, die Situation ist nicht neu für uns", erklärte bereits im vergangenen August der stellvertretende Hoteldirektor im Gespräch mit der MZ. Das Hotel verfüge über einen großen Wassertank, die Urlauber könnten sich also weiterhin duschen. Dennoch müsse das Unternehmen täglich den Tanklaster bestellen, um die Wasservorräte aufzufüllen. Der Nachschub komme aus einem Brunnen in Sóller.
Balearen-Regierung erleichtert Versorgung mit Tankwagen
Parallel dazu hat die Balearen-Regierung ein neues Modell für Kooperationsvereinbarungen beschlossen. Es soll Gemeinden auf Mallorca helfen, die nicht an das von der Balearischen Agentur für Wasser und Umweltqualität (Abaqua) betriebene überörtliche Versorgungsnetz angeschlossen sind.
Die Gemeinden können demnach mit Tankwagen Trinkwasser an den Anlagen von Son Pacs abholen. Das Wasser ist für punktuelle Engpässe vorgesehen. Voraussetzung ist, dass Abaqua über ausreichende Ressourcen verfügt.
Die erste entsprechende Vereinbarung hat die Regierung mit der Gemeinde Esporles geschlossen. Diese hatte zusätzliche Wassermengen für die Wohngebiete Ses Rotgetes und Jardín de Flores beantragt. Esporles kann nun im Juli, August, September und Oktober vorübergehend Trinkwasser in Son Pacs laden lassen.
Bürgermeister Josep Ferrà erklärte, die Gemeinde habe eine solche Vereinbarung bereits vor längerer Zeit gefordert. Sie solle helfen, Engpässe in den beiden Wohngebieten zu überbrücken. Allerdings komme sie Mitte August recht spät; Esporles habe deshalb in diesem Sommer bereits die Versorgung eingeschränkt und selbst Tankwagen beauftragt.
Das neue Modell soll künftig auch bei der Verlängerung oder Erneuerung bestehender Vereinbarungen mit den Gemeinden Deià, Puigpunyent, Banyalbufar und Bunyola zum Einsatz kommen.
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