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Das Mittelmeer vor Mallorca heizt sich gefährlich auf: Ministerpräsidentin ruft zu Krisentreffen

Die balearische Landesregierung unter Marga Prohens lädt Wissenschaftler zu einem Austausch, um die besorgniserregenden Rekordtemperaturen zu besprechen

Das Seegras (Posidonia) vor den Küsten Mallorcas leidet, wenn die Meerestemperatur steigt.

Das Seegras (Posidonia) vor den Küsten Mallorcas leidet, wenn die Meerestemperatur steigt. / Salvem sa Badia

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Krisentreffen wegen der besorgniserregenden Meerestemperaturen rund um Mallorca: Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens hat wegen der außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen rund um die Inseln führende Wissenschaftler zu einem Treffen im Regierungssitz Consolat de Mar eingeladen.

An der Runde nahmen Fachleute der Balearen-Universität UIB, des Meeresforschungsinstituts IMEDEA, des Beobachtungssystems SOCIB und des Wetterdienstes Aemet sowie Vertreter des Klimakomitees und mehrere Mitglieder der Landesregierung teil.

33 Grad vor Dragonera lassen die Alarmglocken schrillen

Auslöser sind neue Rekordwerte im Mittelmeer. Eine Messboje vor Sa Dragonera registrierte in der vergangenen Woche mehr als 33 Grad. Aemet nennt einen Höchstwert von 33,02 Grad, andere Messungen kommen auf 33,2 Grad. Der bisherige Rekord lag bei 31,87 Grad im August 2024.

Prohens wollte von den Experten aus erster Hand erfahren, wie sich das Mittelmeer derzeit entwickelt und welche Folgen die extreme Erwärmung haben könnte. Das Treffen hatte vor allem informativen Charakter; die Wissenschaftler stellten aktuelle Daten und die Entwicklung der vergangenen Monate vor. Im September soll eine weitere Runde folgen, um die Lage nach dem Hochsommer neu zu bewerten.

Neben Prohens nahmen fünf Mitglieder der Landesregierung teil, darunter die Ressortchefs für Präsidentschaft, Bildung, Wirtschaft und Energie, Meer und Wasserkreislauf sowie Landwirtschaft und Umwelt.

Nicht nur fürs Meer gefährlich

Die Sorge gilt nicht nur dem Augustrekord. Bereits Ende Mai wurden vor Sa Dragonera 26,2 Grad und bei Maó auf Menorca 26,58 Grad gemessen – ebenfalls Rekordwerte für diesen Monat.

Anfang Juni lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur des Mittelmeeres rund um die Balearen bei 23,74 Grad und damit mehr als vier Grad über dem Mittelwert der Jahre 1982 bis 2015. Die nun gemessenen 33 Grad vor Sa Dragonera liegen rund acht Grad über dem langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit.

Unter Beobachtung stehen vor allem die möglichen Folgen für Meeresökosysteme und Arten wie das Seegras (Posidonia) sowie eine weitere „Tropisierung“ des Mittelmeers. Auch meteorologisch kann das warme Meer eine Rolle spielen: Es stellt mehr Energie und Feuchtigkeit bereit und kann damit bei passenden atmosphärischen Bedingungen intensive Niederschlagsereignisse begünstigen.

Die Landesregierung will die wissenschaftlichen Daten nun weiter verfolgen, bevor über mögliche weitere Schritte entschieden wird. Beim geplanten Treffen im September sollen die neuen Messwerte mit den aktuellen Prognosen verglichen und die Entwicklung des außergewöhnlich warmen Mittelmeers bewertet werden.

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