Mallorca wappnet sich für heftige Unwetter: Regierung aktiviert Hochwasser-Notfallplan
Wissenschaftler warnen vor heftigen Gewittern auf den Balearen, weshalb die Regierung den Notfallplan Inumbal aktiviert

Ingo Wohlfeil
Die Balearen-Regierung bereitet sich auf mögliche schwere Unwetter in den kommenden Wochen vor. Ab Samstag (15.8.) wird deshalb der Hochwasser-Notfallplan Inumbal aktiviert. Damit sollen die beteiligten Einsatzkräfte besser koordiniert und im Ernstfall schneller mobilisiert werden.
Hintergrund sind Einschätzungen von Wissenschaftlern, wonach die hohen Temperaturen an Land und im Meer in den kommenden Wochen besonders heftige Gewitter begünstigen könnten. Die Inseln gelten nach Angaben der Regierung als anfällig für solche Wetterlagen. Im vergangenen Jahr hatte es auf Ibiza bereits schwere Unwetter gegeben.
Am Freitag leitete Regierungschefin Marga Prohens eine Sitzung des Koordinierungsgremiums Inuncaib, das im vergangenen Jahr zur besseren Abstimmung bei Hochwasserrisiken eingerichtet wurde. Das Treffen fand zum Beginn der Zeit statt, in der die Gefahr sogenannter DANA-Unwetter besonders hoch ist.

Gewitterregen überflutet Paseo Marítimo in Palma / Archivbild DM
Mit der Aktivierung von Inumbal sollen Wetterdaten und Prognosen ausgetauscht, Abläufe überprüft und die notwendigen Einsatzmittel bereitgehalten werden. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der spanische Wetterdienst Aemet, der über Starkregen, Intensität und betroffene Gebiete informieren soll.
Die Regierung verweist darauf, dass die besonderen Einzugsgebiete auf den Balearen dazu führen können, dass Sturzbäche bei Starkregen rasch anschwellen und Überschwemmungen verursachen. Auch ein auf den Balearen gebauter Satellit, der vor einigen Wochen ins All gebracht wurde, soll bei der Datenerfassung helfen.
Regierung startet Informationskampagne
Parallel dazu startet die Regierung eine Kampagne mit Verhaltenstipps für die Bevölkerung. Bei drohenden Überschwemmungen empfiehlt sie unter anderem, Türen und Fenster zu schließen, Keller und andere tiefer gelegene Bereiche zu verlassen sowie Fahrten durch überschwemmungsgefährdete Gebiete oder in der Nähe von Sturzbächen zu vermeiden.
Prohens verwies dabei auf die Erfahrungen mit dem Sicherheitskonzept zur Sonnenfinsternis. Eine gute Abstimmung der Einsatzkräfte und die Eigenvorsorge der Bevölkerung könnten helfen, schwere Zwischenfälle zu vermeiden.

Patrick Schirmer Sastre
Auch die Reinigung und Instandhaltung der Sturzbäche ist Teil der Vorsorge. Nach Angaben von Prohens wurden in den vergangenen Jahren insgesamt 486 Kilometer der torrents auf den Balearen gesäubert. Zudem wurden Hilfen in Höhe von 300.000 Euro für Grundstückseigentümer an Sturzbächen beschlossen, damit diese bestimmte Abschnitte selbst reinigen können.
Die Regierung hat außerdem die Kommunikationsnetze für den Katastrophenschutz ausgebaut. Nach eigenen Angaben werden inzwischen mehr als 90 Prozent der Fläche der Balearen abgedeckt. Dafür wurden 30 neue Antennen installiert.
Kurse an Schulen und Leitfaden für Geschäfte
Auch Schulen sollen stärker auf mögliche Notlagen vorbereitet werden. In diesem Jahr sind Schulungen vorgesehen, in denen erklärt wird, wie vor, während und nach einem Unwetter zu handeln ist. Mehr als 1.200 Lehrkräfte haben sich nach Angaben der Regierung bereits angemeldet.
Für Geschäfte wurde zudem ein Leitfaden mit praktischen Hinweisen zum Verhalten bei Starkregen und Überschwemmungen erstellt.
Prohens betonte, solche Wetterphänomene ließen sich nicht verhindern. Ziel sei es deshalb, Bevölkerung und Einsatzkräfte möglichst gut vorzubereiten und die Folgen im Ernstfall zu begrenzen.
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