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Pharaonen-Party auf Ibiza sorgt für Empörung: US-Firma legt trotz Dürre riesigen künstlichen See an

Die Gemeinde Ibiza kritisiert die Befüllung eines großen Wasserdepots auf einem kommunalen Grundstück während einer Dürre-Vorwarnstufe

Szene von der Pharaonen-Party auf Ibiza.

Szene von der Pharaonen-Party auf Ibiza. / Instagram Van Wick / Tinx / Teresa De la Pisa

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Eine aufwendig inszenierte Privatparty in einem ehemaligen Steinbruch auf Mallorcas Nachbarinsel Ibiza sorgt im Nachhinein für heftige Kritik. Im Zentrum stehen die Nutzung eines kommunalen Grundstücks, die vergleichsweise geringe Gebühr für das Gelände sowie vor allem ein künstlich angelegter See, der während der Dürre-Vorwarnstufe, die auf Ibiza herrscht, mit einer großen Menge Wasser befüllt wurde.

Die Feier fand am 13. August in der sa Pedrera de Can Coix in der Urlauberhochburg Sant Antoni statt. Veranstalter war die in New York ansässige Firma Van Wyck & Van Wyck, die auf große private Feiern spezialisiert ist. Die Gemeinde hatte die Veranstaltung für 350 Personen und für die Zeit von 18 bis 3 Uhr genehmigt.

Pyramide, Sphinx und künstlicher See

Für die Party wurde der ehemalige Steinbruch mehr als zwei Wochen lang in eine Kulisse im Stil des alten Ägypten verwandelt. Zum Aufbau gehörten unter anderem eine große Pyramide, ein Tempel, eine Sphinx, Obelisken, aufwendig dekorierte Wände sowie Licht-, Ton- und Videotechnik.

Zentrales Element der Szenerie war ein künstlicher See mit einer Fläche von rund 850 Quadratmetern und einer Tiefe von etwa 20 Zentimetern. Nach Informationen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Ibiza" waren für dessen Befüllung mindestens 170 Tonnen Wasser nötig. Die Veranstalter sprachen später von 60 Tonnen, stellten die veröffentlichten Maße des Sees jedoch nicht infrage.

Besonders brisant ist der Wasserverbrauch, weil sich Ibiza derzeit in einer Vorwarnstufe wegen Dürre befindet. Die Gemeinde Sant Antoni ruft selbst zum Wassersparen auf und empfiehlt unter anderem, Pools möglichst nicht zu befüllen.

Die Party in dem ehemaligen Steinbruch wurde aufwendig vorbereitet.

Die Party in dem ehemaligen Steinbruch wurde aufwendig vorbereitet. / J.A. Riera

Gemeinde kassierte 199 Euro

Für zusätzliche Kritik sorgte die Gebühr für die Nutzung des kommunalen Geländes. Nach Angaben der Gemeinde zahlten die Veranstalter lediglich 199 Euro als Veranstaltungsgebühr. Eine spezielle Gebührenordnung für die Nutzung solcher Flächen gebe es nicht. Die Gemeinde verwies zugleich auf den wohltätigen Charakter der Veranstaltung. Die Organisatoren hätten Spenden in Höhe von 40.000 Euro an Cáritas Sant Antoni und 10.000 Euro an den Motoclub Formentera - Eivissa vorgesehen.

Kritik auch von Anwohnern

Auch Anwohner hatten sich im Vorfeld über den Aufwand rund um die Veranstaltung beschwert. Sie berichteten von Lastwagen und schweren Fahrzeugen im Umfeld von Can Coix, die die Zufahrten zu nahe gelegenen Sport- und Bildungseinrichtungen zeitweise beeinträchtigt hätten. Zusätzliche Sorgen lösten Generatoren und Butangasflaschen aus. Das Gelände grenzt an eine als Hochrisikozone für Waldbrände eingestufte Fläche. Zum Zeitpunkt der Feier galt auf Ibiza die höchste Waldbrandgefahrenstufe.

Nach der öffentlichen Kritik distanzierte sich die Gemeinde Sant Antoni von dem künstlichen See. Sie erklärte, von dessen Errichtung nichts gewusst zu haben, da die Veranstalter dies nicht mitgeteilt hätten. Zugleich räumte sie ein, dass ein künstlicher See zu rein dekorativen Zwecken in der aktuellen Dürresituation „schwer zu rechtfertigen“ sei.

Die Veranstalter selbst hatten die Feier in den sozialen Netzwerken als eine Party „würdig eines Pharaos“ inszeniert. Der Schauplatz hat dabei eine besondere Vorgeschichte: Der ehemalige Steinbruch wurde von der Gemeinde ursprünglich für einen neuen Friedhof erworben und diente bis vor nicht allzu langer Zeit zur Lagerung von Müllcontainern.

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