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Ekel-Alarm auf Mallorca: Herumliegender Abfall lockt in Urlaubsort Ratten und Kakerlaken an

Ein Leser schickt der MZ Fotos aus Camp de Mar und berichtet von schlampiger Abholung und Mülltourismus in die Nachbarorte

Gepflegte und teure Anwesen, davor Müll: So sieht es derzeit häufig in Camp de Mar aus.

Gepflegte und teure Anwesen, davor Müll: So sieht es derzeit häufig in Camp de Mar aus. / privat

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Die Haustürabholung des Mülls auf Mallorca funktioniert in manchen Orten besser, in manchen schlechter. Vor allem in eher touristisch geprägten Dörfern und Küstenorten kam oder kommt es immer wieder zu Problemen, weil Feriengäste das System nicht verstehen oder schlicht ihren Müll nicht fristgerecht entsorgen können, weil sie nur eine gewisse Zeit vor Ort sind. So etwa in der Gemeinde Santanyí oder auch in Llucmajor.

Ein MZ-Leser hat nun die Redaktion darauf aufmerksam gemacht, dass auch in Camp de Mar, einem Ort, der im Sommer vor allem von Feriengästen und Zweithausbesitzern frequentiert wird, der Abfall an vielen Ecken zum Ärgernis wird.

An vielen Stellen liegen Müllsäcke herum

Er schreibt der MZ, dass in Camp de Mar zum 1. Mai auf die Haustürabholung umgestellt wurde, weshalb die Container aus den Straßen verschwanden. Und weiter: "Das Bild, das sich Anwohnern und Urlaubern bietet, ist in Camp de Mar nicht mehr das eines schönen Badeorts. Vor der Umstellung des Müllsystems hat man auf dem Weg von der Wohnung zum Strand ab und an links und rechts weggeworfene Tüten oder Getränkedosen gesammelt und in die Container geworfen, heute ist man völlig fassungslos, wie vermüllt der Ort mittlerweile ist."

Impressionen des Mülls in Camp de Mar.

Impressionen des Mülls in Camp de Mar. / privat

An vielen Stellen lägen nun Müllsäcke in den Straßen, Ungeziefer wie Ratten und Kakerlaken bedienten sich daran, und die Geruchsbelästigung sei stark. Teilweise würden die Abholtermine nicht eingehalten, die Säcke lägen dadurch also noch länger herum.

Menschen trennen den Müll nicht mehr

Die touristische Prägung des Ortes sei bei der Einhaltung der Mülltrennung ein Problem, denn: "Wo sollen die Menschen ihren Müll entsorgen, wenn das Flugzeug am Sonntagabend zurück nach Deutschland geht, die Hausabholung für Papier aber erst am Montag und für Glas am Mittwoch und für Restmüll am Donnerstag erfolgt?", fragt sich der Leser.

Selbst bei den teilweise für einzelne Eigentümergemeinschaften aufgestellten Containern sei inzwischen zu beobachten, dass es keinerlei Mülltrennung mehr gebe. Die Menschen stopften alles unsortiert in die Container. Und wenn diese voll seien, würden die Müllsäcke einfach daneben abgelegt.

Übervoll sind die Mülltonnen im Camí Salinar.

Übervoll sind die Mülltonnen im Camí Salinar. / privat

Es komme nun zu Mülltourismus in die benachbarten Orte, wo noch Container stünden, so berichtet der Leser weiter, der schreibt, dass die Bewohner des Ortes "verzweifelt" seien und eine Lösung von der Gemeinde fordern.

Das sagt die Gemeindeverwaltung

Eine Sprecherin des Rathauses in Andratx verweist auf einen öffentlichen Müllentsorgungspunkt im Camí Salinar in Camp de Mar. Dort könnten Anwohner ihren Abfall unabhängig vom Tag abladen. Bilder des MZ-Lesers von dort zeigen allerdings auch übervolle Müllcontainer.

Zusätzlich, so sagt die Sprecherin, gebe es in Andratx einen sogenannten Punt Verd, also einen Wertstoffhof, wo alle Abfälle täglich entsorgt werden können. Die Verantwortung liege bei den Eigentümern der Ferienwohnungen und -häuser, die ihre Gäste über diese Möglichkeiten nicht informierten, erklärt die Sprecherin.

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