"Unerträglicher Geruch": Hunderte Fische nach den Unwettern auf Mallorca verendet
Schmutz, Fäkalwasser und zu wenig Frischwasser haben den Riuet de s’Illot schwer belastet. An den wenigen Wasserzuflüssen drängen sich die Fische auf der Suche nach Sauerstoff

Fischsterben im Riuet de s'Illot. / @pedrosubb
Hunderte Fische sind am Wochenende im Riuet de s’Illot, einem Feuchtgebiet zwischen Manacor und Sant Llorenç, verendet. Tausende weitere Tiere kämpfen nach Angaben von Anwohnern und Fischern ums Überleben. Die jüngsten Unwetter hatten zwischen Donnerstag und Freitag besonders die Küstenbereiche der Gemeinde Manacor getroffen. Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage gelangten Schmutz und Abfälle in den Riuet. Zusammen mit dem Abwasser, das dort weiterhin unkontrolliert eingeleitet wird, hat dies die gesamte Tierwelt in diesem Gebiet schwer beeinträchtigt.
Der Fotograf Pedro Riera hat das Ausmaß des Fisch-Massensterbens dokumentiert, das zwischen Samstagabend (22.8.) und Sonntagmorgen (23.8.) sichtbar wurde. Betroffen sind unter anderem Meeräschen, Wolfsbarsche, Grundeln, Brassen und zahlreiche Aale. Auch Muscheln und Garnelen treiben im Wasser oder sind vom Sauerstoffmangel betroffen. Fischer aus der Umgebung warnen vor dem fatalen Mix aus hohen Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und dem Wechsel der Windrichtung: "In einigen Stunden wird all das einen unerträglichen Geruch verströmen." Bereits jetzt rieche es unangenehm, berichteten sie. Sie kritisieren, dass der Riuet de s’Illot seit Jahren nicht ausreichend gepflegt werde.

Die Bilder von Pedro Riera zeigen das Ausmaß des Fischsterbens. / @pedrosubb
Fische drängen sich an den Wasserzuflüssen
Frisches Wasser gelangt über Leitungen in den Riuet, die auf dem Gemeindegebiet von Sant Llorenç liegen. Manacor verfügt über keine entsprechenden Anlagen. Die Leitungen, die sauberes Wasser von der anderen Seite des Strandes von s’Illot einleiten sollen, wurden jedoch erst in den vergangenen Stunden in Betrieb genommen, als bereits zahlreiche Tiere verendet waren. Anwohner beklagen, dass die Zufuhr von frischem Wasser unregelmäßig und nicht ausreichend sei. Dadurch verschärfe sich der Sauerstoffmangel im Wasser.
Als die Leitungen schließlich Wasser in das Feuchtgebiet pumpten, sammelten sich große Schwärme unmittelbar vor den Auslässen. Die Fische versuchten dort, Sauerstoff aufzunehmen. Andere Tiere waren bereits so geschwächt, dass sie nahezu bewegungslos und halb tot mit dem Maul an der Wasseroberfläche lagen. Für viele von ihnen kam jede Hilfe zu spät. /bro

Fische drängen sich an den Wasserauslässen. / @pedrosubb
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