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Keine neuen Privatpools mehr auf Mallorca? Diese Forderungen stellen Umweltschützer

Nicht nur Schwimmbecken stehen in der Kritik: Auch Rasenflächen verbrauchen laut Terraferida enorme Mengen Wasser. Die Organisation fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel bei Mallorcas weiterer Bebauung.

Fast jedes Haus ein Pool: Luftbild einer Neubausiedlung bei Sa Ràpita

Fast jedes Haus ein Pool: Luftbild einer Neubausiedlung bei Sa Ràpita / Terraferida

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Die Umweltschutzorganisation Terraferida hat am Montag (31.8.) gefordert, dass auf Mallorca keine neuen Privatpools mehr gebaut werden dürfen. Ausnahmen soll es lediglich für öffentliche und gemeinschaftlich genutzte Schwimmbecken geben. Terraferida will damit den wachsenden Druck auf Boden, Wasserressourcen und den Wohnungsmarkt bremsen.

Die Aktivistin Tona Fuster sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem Bau von Pools, Ferienvermietung, Neubauten auf ländlichem Grund (suelo rústico) und Immobilienspekulation. Ein Pool steigere den Wert einer Immobilie und mache sie für die touristische Vermietung attraktiver, sagte Fuster.

Diese Entwicklung wirke sich nach Ansicht der Aktivistin auch auf Grundstücks- und Immobilienpreise aus. Das Problem habe deshalb „nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale Dimension“.

Fünf Forderungen

Das Poolverbot ist nicht die einzige Forderung von Terraferide. Insgesamt haben die Aktivisten fünf Maßnahmen vorgeschlagen:

  1. Verbot neuer Privatpools
  2. Stärkeren Schutz von ländlichem Grund, auf dem keine neuen verstreut liegenden Gebäude mehr entstehen dürfen
  3. Rückstufung einiger bislang als Baugrund eingestufter Flächen als ländlichen Grund, um weitere Bauprojekte zu verhindern
  4. Vorgaben zum Abdecken der Becken bereits vorhandener Pools, wenn diese nicht genutzt werden. Dadurch soll weniger Wasser verdunsten.
  5. Einführung gestaffelter Wassertarife, durch die übermäßiger Verbrauch teurer wird

Wachstumsmodell in der Kritik

Der Geograf und Terraferida-Mitglied Mateu Vic sieht die Ursache des Problems im bisherigen Wachstumsmodell. Bei neuen Siedlungsprojekten entstünden unabhängig von der Bauform häufig auch Pools. Das gelte für freistehende Häuser ebenso wie für Reihenhäuser oder Wohnblöcke.

Die zunehmende Zahl der Schwimmbecken sei deshalb Teil einer umfassenderen „Transformation des Territoriums“, sagte Vic. Terraferida fordert insbesondere Beschränkungen für neue Wohnsiedlungen.

Die Organisation kritisiert zudem den Umgang der Behörden mit Wasserknappheit. Während Dürreperioden habe es Einschränkungen beim Befüllen von Pools gegeben. Gleichzeitig sei der Bau neuer Anlagen weitergegangen. Dass keine Verwaltung den massenhaften Neubau von Pools im Rahmen ihrer Wasserpolitik begrenze, sei angesichts einer Zukunft mit weniger verfügbarem Wasser „unverständlich“, erklärte Terraferida.

Auch Rasenflächen verbrauchen viel Wasser

Nach Ansicht der Organisation darf sich die Debatte nicht allein auf die Pools konzentrieren. Auch die häufig angrenzenden Rasenflächen seien problematisch. „Nicht nur die Pools“ verbrauchten große Mengen Wasser, sagte Fuster. Auch Gras bereite wegen seines Wasserbedarfs Sorgen.

Nach Berechnungen von Terraferida benötigt ein Hektar Rasen rund 8.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Eine Immobilie mit etwa 600 Quadratmetern Rasen käme demnach auf einen Jahresverbrauch von rund 480 Kubikmetern.

Das entspreche 48 Tanklastwagen mit Wasser oder ungefähr einem Tankwagen pro Woche, erklärte Fuster. Terraferida fordert deshalb, nicht nur über den Wasserverbrauch einzelner Pools zu diskutieren, sondern über das Siedlungsmodell, das ihre starke Verbreitung ermöglicht habe.

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