08. April 2018
08.04.2018

Mit dem Auto von Mallorca nach Deutschland

Roadtrip statt Direktflug – das kann Abenteuerlustigen gefallen. Wer Pannen vermeiden will, sollte sich aber gut vorbereiten. Vor allem, wenn ein Hund mitfährt. MZ hat den Selbstversuch gestartet

08.04.2018 | 01:00
Zum Hafen statt zum Airport – auch so kommt man von Mallorca nach Deutschland

Ob Flugangst oder Abenteuerlust – es gibt gute Gründe, die Reise von Mallorca nach Deutschland per See- und Landweg statt mit dem Flugzeug hinter sich zu legen. Schon im Vorhinein ist dabei gute Organisa­tion wichtig.


Wetterfest

Egal, wie warm die Sonne auf der Insel scheint: Zwischen Oktober und Ostern herrscht in Deutschland Winterreifenpflicht. Autowerkstätten auf der Insel reagieren im ersten Moment grundsätzlich erstaunt, wenn man nach neumáticos de invierno fragt, können in der Regel aber weiterhelfen. Ratsam ist, sie spätestens anderthalb Wochen vor der Abreise zu bestellen. Zwischen 400 und 450 Euro wird man für die Reifen schnell los, im Preis sollten die Anbringung (montaje) sowie das Auswuchten (equilibrar) und das Ausrichten (alinear) der Achse enthalten sein. Am besten mehrere schriftliche Kostenvoranschläge einholen und auch Kühlwasser nicht vergessen.


Reisen mit Hund

In Deutschland und Spanien ist Schutz für Bello im Auto verpflichtend. Akzeptiert wird ein Netz, das den Hund vom Frontteil des Autos abgrenzt. Da der Kofferraum vermutlich voller Gepäck ist, sind Sicherheitsgurte die praktischere Lösung. Sie werden in spezielle Geschirre für Hunde eingeklinkt, dann können die Vierbeiner auf der Rückbank mitfahren. Reichlich Wasser, Trinkschalen und Futter nicht vergessen!


Auf der Fähre

Wer seinen Wohnsitz auf Mallorca durch NIE und certificado de empadronamiento nachweisen kann, bekommt wie bei Flügen zum Festland auch für die Überfahrt mit der Fähre einen Preisnachlass von 50 Prozent. Der gilt allerdings nur für die Mitnahme der menschlichen Passagiere (33 statt 66 Euro pro Person). Am meisten schlägt der Transport des Pkw ins Gewicht (rund 55 Euro pro Strecke), Hunde können je nach Größe für fünf bis zehn Euro mitgenommen werden, müssen die achtstündige Fahrt allerdings allein in speziellen Zwingern ausharren. Tickets gibt es online bei den Reedereien Baleària (www.balearia.com) oder Trasmedi­terranea (www.trasmediterranea.es).

Achtung: Bei Baleària bei der Eingabe der persönlichen Daten wenn vorhanden die spanische NIE angeben und nicht die deutschen Ausweisdokumente. Dann können die Tickets problemlos per E-Mail zugesendet werden. Andernfalls sind sie in der Geschäftsstelle von Baleària (Carrer Estació Maritima, 3, Palma) abholbar. Die Fähre legt vom Dic de l'Oest in Palma ab –man sollte genug Pufferzeit einplanen, zumal Passagiere mit ­Auto ohnehin 1,5 Stunden vor der
Abfahrt am Hafen erscheinen müssen. Einmal auf dem Schiff darf man sich frei bewegen – nur um Hund und Auto zu sehen, braucht es eine Erlaubnis. Die Aufenthaltsbereiche (Ruheraum, Kantine, Cafés und Deck) sind weitläufig und deutlich angenehmer als die Enge im Flugzeug. Ein Essen mit Nachtisch und Getränk ist im Ticketpreis enthalten. Obwohl die Fähre tagsüber fährt (Abfahrt 12.30 Uhr), ist es ratsam, sich zum Dösen zu zwingen – schließlich steht dann eine lange Autofahrt an. Bei den bequemen Sitzen aber kein Problem.


Von Barcelona ins Rheinland

Abends um 20.30 Uhr erreicht die Fähre den Hafen von Barcelona. Bis man tatsächlich an Land ist, ist es 21 Uhr – ein guter Moment um loszufahren, denn die Straßen sind verhältnismäßig frei, und wer über Nacht durchfährt, kommt auch am elendigen Stau-Punkt Lyon noch vor der morgendlichen Rushhour vorbei. Nimmt man die komplette Tour ohne mehrstündige Pausen auf sich, schafft man es sogar durch Rheinland und Ruhrgebiet, bevor das spätnachmittägliche Verkehrschaos beginnt. Zumindest kurze Pausen einzulegen, ist aber unabdingbar. Wer sie einhält und zügig fährt, kann die 1.380 Kilometer von Barcelona nach Köln in gut 17 Stunden meistern.

Um möglichst günstig zu reisen, sollte man noch vor der französischen Grenze volltanken – Diesel ist dort um mehr als 20 Cent pro Liter teurer. Insgesamt muss man mit gut 100 Euro Spritgeld rechnen. An den Raststätten in Katalonien ist allerdings Vorsicht geboten, sie gelten nachts als deutlich unsicherer als die in Frankreich.

Die autopistas in Spanien und die autoroutes in Frankreich sind – von der holprigen rechten Lkw-Spur abgesehen – gut, haben allerdings ihren Preis. In beiden Ländern werden Mautgebühren fällig: insgesamt knapp 100 Euro von Barcelona bis zur luxemburgischen Grenze. In Luxemburg sind die Straßen kostenlos und der Kraftstoff günstiger. Hier muss man besonders darauf achten, dass einen das Navigationsgerät nicht im Stich lässt. Zwar ist Google Maps auf dem Smartphone eine gute Möglichkeit, seit es das EU-weite kostenfreie Roaming gibt, allerdings bricht die Internetverbindung beim Grenzübertritt gern mal zusammen. Tipp: Zusätzlich auch ausschließlich auf GPS basierte Straßenkarten-Apps aufs Handy laden (zum Beispiel „automapa").


Unterkünfte

Keine Lust auf Durchfahren? Motels gibt es viele – Hunde werden dort aber nicht akzeptiert. Gut bedient ist man mit privaten Ferienwohnungen oder -häusern (zum Beispiel über Airbnb buchbar ab 27 Euro pro Nacht, zuzüglich Reinigungskosten), in denen auch große Hunde oft willkommen sind. Vorher explizit nachzufragen, bewahrt vor bösen Überraschungen. Vorteil: Man sieht viel von der Umgebung und kommt mit Einheimischen in Kontakt.

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