17. Juli 2018
17.07.2018

Trends in der Kreuzfahrt 2018

Zu viel des Guten? Noch mehr All-inclusive und weniger Lebensmittelabfälle

17.07.2018 | 01:00
Auf der "Costa Diadema" konnten die Lebensmittelabfälle um 50 Produzent reduziert werden.

Wenn die „Mein Schiff 6" der sogenannten Wohlfühlflotte des Anbieters Tui Cruises zukünftig in Palma festmacht, dann werden sich einige der Passagiere für ein Paket entschieden haben, welches den Begriff All-inclusive an Bord neu definiert. Denn nach einem Testlauf im vergangenen Jahr folgt die Reederei nach eigenen Angaben nun den Wünschen ihrer Gäste und führt das Paket „Die ganz große Freiheit" auf allen Schiffen ein.

Neben den Speisen und Getränken, die auf der Mein-Schiff-Flotte ohnehin bereits im regulären Premium-Alles-inklusive-Konzept enthalten sind, können die Feinschmecker an Bord mit diesem Angebot nun auch bisher aufpreispflichtige Speisen und Getränke, wie zum Beispiel Champagner, Sushi-Kreationen und hochwertiges Fleisch vom Grill, im Rahmen einer zusätzlichen Pauschale genießen. Bei Buchung des Pakets sind dann alle normal aufpreispflichtigen Genussleistungen inklusive, egal ob in einem der vielen Restaurants, an den Bars oder auf der Kabine.

So können die Gäste mit der Buchung des Pakets auf ihrer Kreuzfahrt nun zum Beispiel auch die Lieblingsgerichte im erstmals angebotenen Restaurantkonzept „Esszimmer" auf der neuen „Mein Schiff 1" oder die fernöstliche Küche mit chinesischen und japanischen Einflüssen im Hanami – By Tim Raue auf der „Mein Schiff 3" bis „Mein Schiff 6" genießen. Ebenso in dem Paket inbegriffen sind die Grillspezialitäten von verschiedenen Fleischsorten bis hin zu Meeresfrüchten im Surf & Turf-Steakhouse.

Der Preis des Angebotes richtet sich nach der Reiselänge und ist nur kabinenweise buchbar. Für eine siebentägige Reise kostet das Paket beachtliche 413 Euro pro Person, bei einer elftägigen fallen 484 Euro Euro pro Person an. Mich persönlich würde dieses Paket ja durchaus ansprechen – aber ob ein relevanter Teil der Passagiere, die den erhöhten Reisepreis für All-inclusive schon bezahlt haben, bereit ist, einen zusätzlichen Zuschlag für „Wirklich alles inklusive" zu zahlen, bleibt abzuwarten.

Spannend ist dieses Angebot auch im Kontrast zu einer Bemühung desselben Anbieters mit dem Ziel der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Im Rahmen eines Engagements bei der touristischen Nachhaltigkeits­initiative Futouris untersuchte Tui Cruises die Potenziale zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen an Bord. Die ersten Ergebnisse der daraufhin ergriffenen Maßnahmen waren vielversprechend: So wurden allein im Buffet-Restaurant rund 20 Prozent der Lebensmittelabfälle eingespart. Das Projekt wurde im Dezember 2017 mit dem Nachhaltigkeitspreis des Deutschen Reiseverbandes (DRV), der EcoTrophea 2017, ausgezeichnet. Mit der Initiative will Tui Cruises Impulse für die gesamte Kreuzfahrtbranche geben: Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Futouris werden die Ergebnisse auch anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt und langfristig für die gesamte Branche veröffentlicht.

Mit der Bemühung, die Lebensmittelabfälle an Bord zu reduzieren, sind die Deutschen jedoch nicht allein auf dem Markt. So hat zum Beispiel Costa Crociere zu Beginn dieses Jahres ihr Programm 4goodfood für einen nachhaltigen Lebensmittelkonsum vorgestellt. Es zielt darauf ab, die Lebensmittelabfälle an Bord der Kreuzfahrtschiffe der italienischen Reederei bis 2020 um die Hälfte zu reduzieren. Das Programm umfasst die Auswahl und Anlieferung der Lebensmittel, ihre Zubereitung an Bord und bezieht gleichzeitig Costa-Gäste und Besatzungsmitglieder mit ein. 

Während der elfmonatigen Testphase an Bord der „Costa Diadema", die ebenfalls regelmäßig Palma ansteuert, zeigte das Programm beachtliche Erfolge: Die Lebensmittelabfälle konnten um 50 Prozent reduziert werden. Interessanter Nebeneffekt: Durch die Reduzierung der Lebensmittelabfälle konnten in der Lieferkette und in der Verarbeitung 1.189 Tonnen C02 eingespart werden.

Die Einsparungen werden vor allem dadurch erzielt, dass den Gästen in den Buffet-Restaurants kleinere, passend komponierte und schmackhafte Portionen angeboten werden. Diese Überlegung entspricht dem Wunsch nach Genusszuwachs dann ebenso wie das unlimitierte All-inclusive. Beide Trends werden sicher auch auf die Ferienhotellerie an Land überschwappen.

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