13. Juli 2019
13.07.2019

Was denkt Mallorca über die Öko-Flugsteuer?

In Deutschland gibt es sie bereits, jetzt ist auch Frankreich am Start - und wie beurteilen die Akteure auf Mallorca die Umwelt-Abgabe?

13.07.2019 | 09:56
Mallorca ist vorrangig mit dem Flugzeug zu erreichen

Nachhaltigkeitssteuern für den Flugverkehr werden derzeit in vielen europäischen Ländern diskutiert. Erst diese Woche hat auch Frankreich angekünigt, ab 2020 auf all jene Flüge, die im Inland starten, eine Abgabe zu erlegen: 1,50 Euro pro Flugticket bei Inlands- oder Europaflügen müssen die Airlines dann blechen, bis zu 18 Euro pro Ticket für Flüge außerhalb der EU. Spanien ist von einer solchen Maßnahme (noch) weit entfernt - auf Mallorca machen verschiedene Akteure bereits ihre Ablehnung deutlich.

Sowohl Mallorcas Hotelverband Fehm, als auch der Zusammenschluss der Reiseveranstalter auf den Balearen und die Vereinigung der Fluggesellschaften ALA machten nun klar, dass sie eine Öko-Flugsteuer nicht gutheißen. Sie sei nicht die richtige Lösung, um der Kontaminierung entgegenzuwirken.

Im Hotelverband FEHM fürchtet man, die steigenden Flugkosten könnten letztlich mit Entlassungen des Airline-Personals einhergehen.Vorsitzende María Frontera rät dazu, stattdessen den Fokus mehr auf umweltfreundlichere Kraftstoffe zu setzen.

"Wir müssen das Flugzeug benutzten, ob wir wollen oder nicht", so auch Xisco Mulet von der Vereinigung der Reiseagenturen auf den Balearen. Das bringe die Insellage mit sich. Teurere Flugpreise würden daran nichts ändern. Derweil mahnt ein sprecher der Vereinigung der Fluggesellschaften ALA dazu, dass die Ländern keine Alleingänge planen sollten. Vielmehr brauche es eine einheitliche Regelung im europäischen Flugraum.

In der linksgrünen balearischen Landesregierung dagegen will man sich um eine Wertung drücken - schließlich handele es sich um ein Thema, das in die Kompetenz der spanischen Zentralregierung falle, heißt es. Der balearische Generaldirektor für Klimaschutz, Ferran Rosa, deutete auf Nachfrage aber an, dass eine solche Steuer durchhaus dazu beitragen könnte, einen verantwortungsbewussteren Umgang mit dem Flugverkehr zu fördern. Ähnlich sieht das auch der Wirtschaftsprofessor Aleix Calveras von der Balearen-Universität. Die Steuer könne ein "durchaus adäquates Instrument" sein im Kampf gegen den Klimawandel.

Auch in Deutschland fällt bereits eine Öko-Flugsteuer an. Dort zahlen die Airlines knapp 7,40 Euro für kürzere Flüge und 41,50 Euro für Langstreckenflüge. /somo

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