05. September 2019
05.09.2019

Warum nicht mal auf ein nachhaltiges Kreuzfahrtschiff?

Die „Wind Surf" läuft Palma an. Sie ist eine Mischung aus klassischer Megayacht und Segelschiff. Solche Fahrten werden auch aus Umweltschutzgründen immer beliebter

05.09.2019 | 01:00
Die „Wind Surf" ist 162 Meter lang und schafft dank der Segelfläche bis zu 15 Knoten.

Von der aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte um die Kreuzfahrtindustrie am wenigsten betroffen ist das kleine Segment der Schiffsreisen auf Großseglern für Passagiere. Im September erwartet der Hafen von Palma unter insgesamt 73 „Calls" auch zwei Anläufe der „Wind Surf", einer Mischung aus klassischer Megayacht und Segelschiff. Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern spielen die 2.600 Quadratmeter Segelfläche für den Vortrieb zwar eine geringere Rolle, aber die computergesteuerte Anlage für sieben Segel an fünf Masten schafft es, die Maximalgeschwindigkeit des 162 Meter langen Kreuzers von 10 bis 12 auf 15 Knoten zu erhöhen und den Treibstoffverbrauch spürbar zu senken.

Bezüglich der Ausstattung profitieren die maximal 310 Gäste, aufgrund der großzügigen Dimensionen des Rumpfes, von für Seglern unüblichen Details wie zum Beispiel einer ausfahrbaren Marina für Wassersport. Gebaut wurde die frühere „Club Med 1" bereits 1989 in Frankreich, ihren jetzigen Namen trägt sie seit 1998 und ist gemeinsam mit dem Schwesterschiff, Club Med 2, das größte Motorsegelschiff der Welt. Innerhalb der Windstar-Flotte, die mit der Wind Star und der Wind Spirit noch zwei weitere Yachten mit Segelunterstützung sowie drei klassische Megayachten umfasst, bietet die „Wind Surf" am meisten Raum an Bord.

Neben der erwähnten „Club Med 2", die insbesondere den Kunden der Clubmarke in Frankreich angeboten wird, beinhaltet das Marktsegment der Kreuzfahrten auf Segelschiffen unter anderen auch die Reedereien Star Clippers, Ponant und Sea Cloud. Angesichts der erwähnten Diskussion um die Nachhaltigkeit von Schiffsreisen entsteht eine neue Begehrlichkeit und positive Aufmerksamkeit in Richtung der kleinen Nische in der großen Boombranche. Da passt es gut, dass Flottenerweiterungen vorgesehen sind. Die Hamburger Reederei Sea Cloud erwartet mit der „Sea Cloud Spirit" erstmalig seit 1999 einen Neubau. Dabei begann der Bau des ursprünglich als „Sea Cloud Hussar" geplanten Schiffes schon 2008. Nach der Pleite der spanischen Werft dauerte es viele Jahre, bis die Hamburger den Rumpf aus der Insolvenzmasse rauskaufen und auf einer anderen Werft in Vigo weiterbauen konnten.

Anders als auf der „Wind Surf" spielt das Segelerlebnis auf dem künftigen Fünf-Sterne-Schiff trotz allen Komforts die zentrale Rolle. Die Segelfläche wird 4.100 Quadratmeter und somit deutlich mehr als auf der größeren „Wind Surf" und mehr als doppelt so viel wie auf der „Gorch Fock" (2.037 Quadratmeter) betragen. Zusätzlich wird die „Sea Cloud Spirit" über zwei dieselelektrische Antriebe verfügen, die ihrerseits ausschließlich mit dem umweltfreundlicheren Marinediesel betrieben werden. Das Interesse an den ersten ab 2020 vorgesehenen Törns ist groß, bisher sind erst einmal unverbindliche Vormerkungen möglich. Für Werften scheint der Bau neuer Segler hingegen ein schwieriges Geschäft zu sein. Auch der Neubau des neuerdings größten, reinen Segelkreuzfahrtschiffes, des Fünfmasters „Flying Clipper", litt unter der Insolvenz der in diesem Fall in Kroatien beheimaten Werft.

Mittlerweile ist das Schiff fertig, wird aber vom Auftraggeber Star Clippers aktuell wegen Vertragsdifferenzen nicht abgenommen und steht so schon vor der Jungfernfahrt zum Verkauf. Buchungen können nicht getätigt werden. Wichtigste Einsatzgebiete der Segelschiffe sind neben dem Mittelmeer die Karibik und somit auch die bei echten Fans begehrten Crossings, also die Transatlantikreisen. Aber auch Expeditionen, sogar in polare Regionen, können von noch hartgesotteneren Gästen per Segelschiff unternommen werden. So kreuzt der niederländische Anbieter „Oceanwide Expeditions" mit dem urigen Dreimastschoner „SV Rembrandt van Rijn" insbesondere durch die Fjorde Grönlands

Noch übersichtlicher ist mit 46 Metern Länge und Platz für maximal 20 Passagiere die „Noorderlicht", die ursprünglich im Jahr 1910 in Flensburg gebaut wurde und als Feuerschiff auf der Ostsee genutzt wurde bis sie 1991 umgebaut wurde. Mit Luxus, Yachting und mit normaler Kreuzfahrt haben diese Reisen dann nichts gemein. Dafür können zum Beispiel im Februar 2020 in den Gewässern Nordnorwegens Wale und Nordlichter beobachtet werden. Einen Überblick über Schiffsreisen auf Passagierseglern geben spezialisierte Internetseiten wie www.kreuzfahrtmarkt.de/extras/segelschiffe/ sowie die Webseiten der jeweiligen Reederei.

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