03. Oktober 2019
03.10.2019

Auf nach Mallorca – ganz ohne Thomas Cook

Hochbetrieb im Hafen von Palma de Mallorca, Reiseveranstalter-Pleite hat keine Auswirkungen

03.10.2019 | 01:00
Die „Club Med 2": Der französische Fünfmaster mit chinesischem Großinvestor ist am 19. und 20.10. zwischen Menorca und Ibiza unterwegs.

Wie auch in den Vorjahren ist der Hafen von Palma de Mallorca im Oktober stark von Kreuzfahrtschiffen frequentiert. Insgesamt werden mit 82 Anläufen jedoch 5 Schiffe weniger als 2018 erwartet. Und wie immer im Herbst und im Frühjahr kommen auch die Schiffe, die die Sommersaison in nördlichen Gefilden verbringen, ins Mittelmeer.

Stark vertreten sind im Oktober wieder die Großsegler. Der Hamburger Luxusanbieter Sea Cloud Cruises schickt mit der traditionellen „Sea Cloud" und der „Sea Cloud 2" gleich beide aktuelle Flottenmitglieder, die insbesondere bei zahlungskräftigen, deutschen Fans klassischer Segeltradition beliebt sind. Ein kerniger Dreimaster ist der „Star Flyer" aus der Flotte des monegassischen Unternehmens Star Clippers Kreuzfahrten. Was Komfort und Preise angeht, ist er spürbar niedriger angesiedelt. Ein Indikator ist die höhere Zahl der Passagierkabinen und das weniger großzügige Verhältnis zwischen Passagier- und Besatzungszahlen. Das Segelerlebnis per se wird davon natürlich nicht beeinflusst.

Und auch die „Club Med 2", der Motorsegler der französisch/chinesischen Clubmarke und Schwesterschiff der „Wind Surf" aus der vergangenen Kolumne (ebenfalls im Oktober wieder zu sehen), kommt auf die Balearen. Eigentümer des 1950 in Frankreich gegründeten Traditionsunternehmens, dessen erster Ferienclub auf Mallorca stand, ist seit 2015 der chinesische Mischkonzern Fosun, der auch bei der in die Insolvenz gegangenen Thomas-Cook-Gruppe Großinvestor ist.

Generell haben die Insolvenzen der Veranstalter aus der Thomas-Cook-Gruppe keinen Einfluss auf die Zahl der Kreuzfahrtschiffe in Palma. Anders als der bisherige Wettbewerber Tui hat Thomas Cook kein nennenswertes Kreuzfahrt-Engagement, was von vielen Experten als einer von vielen Gründen für die wirtschaftliche Schieflage gewertet wird. Die „Club Med 2" selbst spielt auf dem deutschen Markt so gut wie keine Rolle, ein Großteil der Passagiere kommt aus Frankreich.

Auch die regelmäßigen Besucher unter den Kreuzfahrtschiffen kommen auf ihren Turnusreisen, die teilweise auf der Insel beginnen und enden, im Oktober noch alle. Geprägt wird das Bild besonders von den deutschen Anbietern Aida und Tui Cruises mit den jeweiligen Flaggschiffen „Aida Nova" und „Mein Schiff 2". Aber auch internationale XXL-Schiffe wie die „Norwegian Epic", die „MSC Seaside", mehrere Costa Schiffe und die „Celebrity Edge" laufen in diesem Monat mehrfach die Balearen-Hauptstadt an.

Aus dem Luxussegment erwarten wir etwa die „Sea Dream I", ein Schiff, das mit Platz für maximal 112 Gäste eher an eine große Privatyacht erinnert. Von den Abmessungen (Tonnage 4.260 BRT; Länge 104,8 m / Breite 14,3 m / Tiefgang 4,00 m) waren einige der privaten Megayachten, die in der Saison 2019 mallorquinische Gewässer befahren haben, sogar deutlich größer. Aber dank immerhin 95 Crew-Mitgliedern und einem umfangreichen All-inclusive-Angebot kommt bei den überwiegend internationalen Yachtpassagieren vermutlich nur wenig Neid auf: Auch wenn die Tagespreise mit circa 640 Euro pro Person üppig sind, unterschreiten sie die Unterhaltskosten einer privaten Yacht doch deutlich.

Spürbar abnehmen wird die Zahl der Kreuzfahrer in Palma de Mallorca wie in jedem Jahr dann im November, da ein Großteil der Schiffe in die Karibik wechselt. Von den dann noch zu erwartenden 32 Schiffen kommt zudem ein Großteil in der ersten Monatshälfte.

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