16. Februar 2020
16.02.2020
Mallorca Zeitung

Wie Ihre Kinder auf Mallorca sicher zur Schule kommen

Vías escolares für die Kinder statt vorfahrende Eltern: Langsam beginnen die Insulaner umzudenken

16.02.2020 | 01:00
Morgendlicher Trubel am Eingang einer Schule in der Gemeinde Calvià.

Montags bis freitags zwischen acht und neun Uhr morgens spielt sich vielerorts auf Mallorca das gleiche Szenario ab: Vor den Schulen staut sich der Verkehr, Schulkinder wuseln umher, wann immer möglich, sorgen Ortspolizisten dafür, dass sich das Chaos möglichst in Grenzen hält. Während es die meisten Schulkinder in Deutschland gewohnt sind, allein oder zusammen mit ihren Freunden zur Schule zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren, werden mallorquinische Kinder meist von ihren Eltern mit dem Auto gebracht.

Alaró sperrt Straßen

Damit die Eltern sich keine Sorgen machen müssen, dass die Kleinen auch sicher ankommen und der Verkehr in der Stadt und in den Dörfern reduziert wird, hat die Gemeinde Alaró nun spezielle Schulwege (vías escolares) eingerichtet. Zu den Bring- und Abholzeiten sind seither um die beiden Schulen herum noch mehr Straßen für den Verkehr gesperrt: Nahe des Colegio Nuestra Senyora de la Consolació sind das der Carrer Metge Jaume Colom, der Carrer Can Xalet, der Carrer de la Síquia, nahe des Colegio Público Pere Rosselló sind es der Carrer Pere Rosselló i Oliver, der Carrer de Sant Bartomeu, der Carrer de Can Cladera und der Carrer Son Antelm betroffen.

Auch ein Netz an sogenannten punts amics (kooperierende Anlaufstellen) will das Rathaus bald einrichten. Aufkleber am Eingang bestimmter auf den gängigen Schulrouten liegender Lokale sollen den Kindern anzeigen, dass sie sich, wenn nötig, an das Personal dort wenden können. Zudem werden weiterhin Ortspolizisten am Eingang der Schulen den Verkehr und das hohe Schüleraufkommen regeln. „Bei uns stößt das Projekt auf Zuspruch, schon, weil es die Gesundheit der Kinder fördert, wenn sie künftig mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommen, und der Autoverkehr vor der Schule reduziert wird", sagt die Direktorin des CEIP Pere Rosselló i Oliver, Joana Maria Bennásar, gegenüber dem „Diario de Mallorca". Laut dem Schulleiter des Colegio Nostra Senyora de la Consolació hat das Rathaus nach einem Jahr Vorbereitung endlich ein „für den Ort sehr wichtiges Projekt" in die Praxis umgesetzt.

Palma de Mallorca ist schon seit 2014 dabei

In der Balearenhauptstadt gibt es schon seit 2014 in sieben Vierteln eigene Wege, die sich an die neun bis zehn Jahre alten Schüler richten (siehe Karte). Neben fünf Bildungseinrichtungen in Son Gotleu, die sich einen Schulweg teilen, nehmen auch die folgenden Schulen daran teil: Colegio Can Capes, CEIP Son Pisà, Colegio Santa Magdalena Sofia, CEIP Els Tamarells, CEIP Son Serra unter CEIP Santa Catalina. Eine Übersicht über alle Schulwege mit Karte gibt es im Netz unter bit.ly/ÜbersichtSchulwege. „Meistens nutzen Kinder die Wege nicht allein, sondern tun sich zu Gruppen aus drei oder vier Schülern zusammen. Sie müssen lediglich den gelben Kreisen auf dem Boden folgen", sagt Irene Nombela, Vorsitzende von MobiPalma.

Künftig sollen die Wege noch besser ausgeschildert werden. Auch weitere Schulen will die Stadt Palma de Mallorca für das Projekt gewinnen. Im Zentrum etwa gebe es noch keinen einzigen Schulweg. „Jede Schule kann daran teilnehmen. Es ist aber eine enge Zusammenarbeit zwischen der Mobilitätsabteilung der Stadt und der Schule notwendig", so Nombela. Will eine Schule eine vía escolar einrichten, wird zuerst geprüft, aus welchen Richtungen die meisten Kinder zur Schule kommen und welche Wege am sichersten sind. Aktuell sind um Palmas Schulen herum morgens 69 Ortspolizisten und nachmittags 38 im Einsatz.

Felanitx zieht bald nach

Auch Felanitx hat den Bedarf an Schulwegen erkannt. „Rund 45 Prozent der Schüler der Gemeinde kommen bereits zu Fuß", sagt Isabel Montero vom Rathaus – darunter viele Kinder marokkanischer Herkunft. In letzter Zeit wären jedoch auch immer mehr mallorquinische Familien dazu übergegangen, ihre Kinder ohne Auto zur Schule zu begleiten. „Sobald sie erst einmal sehen, dass die Wege sicher sind, lassen sie sie auch allein losziehen", sagt Montero. Daher will die Gemeinde im Laufe des Jahres 2020 einen Kostenvoranschlag für die bereits ausgewählten Wege erarbeiten. Im Jahr 2021 sollen dann zum Beispiel mehr Zebrastreifen hinzukommen und die Geschwindigkeit in einzelnen um die Schulen herum liegenden Straßen gedrosselt werden.

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