11. November 2020
11.11.2020
Mallorca Zeitung

Trotz Corona-Risiko keine Kontrolle von Festlandreisenden am Mallorca-Airport

Am Flughafen von Palma müssen Passagiere, die aus spanischen Regionen ankommen, in denen Reisebeschränkungen gelten, die erforderliche Einreiseerlaubnis nicht vorzeigen. Einige eingeschleppte Corona-Fälle sind bereits dokumentiert

11.11.2020 | 10:17
Einreisende am Flughafen von Palma de Mallorca

Am Flughafen von Palma de Mallorca gibt es nach wie vor keine speziellen Kontrollen für Passagiere, die vom spanischen Festland auf die Insel kommen - und das, obwohl in vielen Gegenden die Corona-Fallzahlen so hoch sind, dass regionale Reiseverbote verhängt worden sind. Wie die Abordnung der Zentralregierung auf den Balearen gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" bestätigte, müssen die Einreisenden in Palma nicht einmal nachweisen, dass sie - beispielsweise aufgrund ihres Berufs oder aus dringenden familiären Gründen - von den Reisebeschränkungen ausgeschlossen sind. Auch die automatische Temperaturmessung im Ankunftsbereich des Flughafens gilt nur für Einreisende aus dem Ausland.

Dem Bericht vom "Diario de Mallorca" zufolge wird auch an den Startflughäfen auf dem Festland nicht in allen Fällen überprüft, ob die Fluggäste auf die Balearen eine Reisegenehmigung haben. Eine Frau, die regelmäßig zwischen Mallorca und Madrid hin- und herpendelt, habe die schriftliche Autorisierung nie vorzeigen müssen. Gleiches gelte für einen Mallorca-Barcelona-Pendler sowie ein Ehepaar, das am Sonntag von Málaga zurück nach Mallorca geflogen ist, sie die Zeitung.

Warum die Sicherheitskräfte an den Flughäfen die nationalen Flüge nicht streng kontrollieren, ist angesichts der Pandemie-Situation nur schwer nachvollziehbar. Wie Statistiken des balearischen Gesundheitsministeriums erkennen lassen, waren bis August 60 Prozent der registrierten Corona-Fälle auf den Balearen auf Einreisende vom spanischen Festland oder dem Ausland zurückzuführen.

Die Balearen-Regierung scheint sich des Problems bewusst zu sein. Am vergangenen Mittwoch (4.11.) forderte der balearische Corona-Sprecher und Arzt Javier Arranz von der spanischen Zentralregierung, dass die Reisebeschränkungen zwischen den Regionen eingehalten und entsprechend überprüft werden. Nach dem langen Wochenende über Allerheiligen habe es mehrere Fälle gegeben, in denen Ankömmlinge aus Madrid während ihres Mallorca-Aufenthalts positiv auf Covid-19 getestet worden seien. Laut Arranz sollten die Balearen sich sogar die Möglichkeit vorbehalten, die Inselflughäfen komplett zu sperren. Eine positive Rückmeldung aus Madrid gab es darauf bisher nicht.

Gleichzeitig lehnt die Balearen-Regierung allerdings Maßnahmen ab, wie sie ab dem 14. November auf den Kanaren gelten werden. Dort muss ab Samstag jeder in- und ausländische Einreisende ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen, wenn er in einem Hotel auf den Atlantikinseln eincheckt. Diese Maßnahme sei aus organisatorischen Gründen in Palma de Mallorca nicht möglich, so die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol.

Abgesehen von den Balearen gelten nur für die Bewohner der Region Extremadura und der kanarischen Inseln keine Reiserestriktionen. /somo

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