20. Januar 2021
20.01.2021
Mallorca Zeitung

Kaum noch Mallorca-Flüge - "Grundversorgung" von Düsseldorf aus

An süd- und ostdeutschen Airports geht so gut wie gar nichts mehr. Von Hamburg, Frankfurt, Berlin oder München aus nur noch sporadische Verbindungen

20.01.2021 | 01:00
Eurowings fliegt von Palma nach Düsseldorf und Hamburg.

Die Corona-Pandemie mit ihren zahlreichen Hindernissen, wie Tests, Quarantänevorschriften und Einreiseformularen, hinterlässt im Mallorca-Flugplan weiter ihre Spuren. Das bestätigt auch eine Sprecherin des spanischen Flughafenbetreibers Aena: „Zurzeit gibt es fast keine Verbindungen nach Deutschland, Düsseldorf ist da die Ausnahme. Und bei den angesetzten Verbindungen gibt es große Unischerheiten, ob sie wie geplant stattfinden." Vorhersagen für den Februar seien unmöglich zu treffen.

Wer sich momentan auf der Insel aufhält, aber kurzfristig dringend nach Deutschland muss, der findet sich häufig in einem Flieger nach Düsseldorf wieder (Eurowings bedient die Strecke bis zu fünfmal pro Woche) und hat unter Umständen weite Wege auf sich zu nehmen, vor allem, sofern er nach Ost- oder Süddeutschland will. Die Flughäfen von Stuttgart, Nürnberg, Memmingen, Friedrichshafen, Erfurt, Leipzig oder auch Baden-Baden scheinen im Winterschlaf zu liegen. Direktflüge von Palma aus - Stand jetzt bis Anfang Februar Fehlanzeige. Der nächste Direktflug nach Stuttgart ist mit Eurowings für den 7. Februar geplant.

Gar nichts geht mehr an einigen anderen süd- und ostdeutschen Flughäfen. Mancherorts war man zuletzt beinahe ausschließlich von Ryanair abhängig, um überhaupt fliegen zu können. Doch der irische Billigflieger hat den Verkehr zwischen Mallorca und Deutschland nahezu komplett eingestellt. Mit zwei Ausnahmen: Lediglich nach Köln (Montag und Freitag) und Hamburg (Freitag und Sonntag) gibt es in den kommenden Wochen sporadische Verbindungen. Wie wenig sie nachgefragt sind, zeigt sich an den Preisen. Teilweise gibt es die einfache Strecke für 15 Euro.

So gut wie gar nichts geht auch bei Easyjet. Lediglich nach Berlin gibt es sporadische Flüge. Der nächste Flug in die Hauptstadt mit Easyjet ist derzeit für den 30. Januar vorgesehen. Im Februar sind hin und wieder auch Verbindungen nach Hamburg und München geplant. Einzelne Flüge gibt es derzeit noch mit Eurowings nach Hamburg (dreimal die Woche) sowie mit der Lufthansa nach Frankfurt (zweimal die Woche) und München (einmal pro Woche). Allein am Flughafen Frankfurt ist 2020 der Verkehr um 73 Prozent eingebrochen. Ein vergleichbares Passagieraufkommen gab es dort zuletzt im Jahr 1984.

Am Flughafen in Düsseldorf verweist man auf MZ-Nachfrage darauf, dass der Airport traditionell ein starkes Mallorca-Drehkreuz ist. Im Sommer 2019 habe es täglich bis zu 25 Abflüge verschiedener Airlines nach Palma gegeben, erklärt eine Sprecherin. Düsseldorf verfüge über ein Einzugsgebiet von 18 Millionen Einwohnern in einem Radius von 100 Kilometern. Eurowings-Sprecher Matthias Burkard erklärt die Verbindung nach Düsseldorf als eine Art „Grundversorgung". „Ab Düsseldorf können wir die stärksten Umsteige-Verkehre generieren", schreibt Burkard. Er stellt in Aussicht: „Ab Mitte Februar und dann im März/April fahren wir das Angebot wieder sehr deutlich hoch."

Auch der Aviation Consultant an der Hochschule Bad Honnef, Ulrich Desel, rechnet nach einer Durststrecke im Januar und Februar wieder mit einer deutlich anziehenden Konjunktur am Himmel. „Je mehr Fortschritte im Bereich der Impfungen gemacht werden, desto mehr Flüge gibt es auch wieder", sagt Desel der MZ. Die Nachfrage nach Mallorca-Flügen sei schließlich da. Auch sobald die Inzidenzwerte auf der Insel sowie in Deutschland wieder heruntergingen, werde man das an der Nachfrage spüren.

Zwischenzeitlich gelte: „Die Leute nehmen eine komplett abwartende Haltung ein." Trotzdem gebe es ja vereinzelt Flüge, und auch sonst sei der Januar traditionell der schwächste Monat in Sachen Mallorca-Verbindungen gewesen. Dass die Verbindungen noch weiter ausgedünnt werden, glaubt Desel nicht. „Die Airlines brauchen eine gewisse Zahl an Flügen. Zum einen, damit die Piloten genügend Landungen absolvieren und nicht eigens Fortbildungen absolvieren müssen, zum anderen, um die Slots nicht an andere Fluggesellschaften zu verlieren."

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