19. Mai 2011
19.05.2011

Entspannen unterm Stammbaum

Adel verpflichtet: das idyllische Landhotel S'Hort de Cas Missèr in Selva

28.04.2011 | 03:00
Das Landhotel wurde erst vor einem Jahr eröffnet

Selva, ein idyllisches Dorf an den Südhängen des Tramuntana-Gebirges. Dort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen würden, wenn es denn auf Mallorca Füchse gäbe ? Hier liegt am Dorfrand das Landhotel S´Hort de Cas Missèr. Im Mai vergangenen Jahres eröffnet, wurde das große Anwesen aus dem 18. Jahrhundert zuvor privat genutzt. Bei der Renovierung beziehungsweise Umgestaltung in ein Hotel ist behutsam die Tradition bewahrt und mit den Anforderungen heutiger Hotelkultur kombiniert worden.

Die frühere kleine Hauskapelle etwa kann für Zeremonien genutzt werden. Die ehemalige tafona, wo ab 1730 Öl gepresst wurde, dient heute an kälteren Tagen als Speisesaal (ansonsten wird auf der hübsch bepflanzten Terrasse gespeist). Der Salon wird unter anderem von einem großen Stammbaum-Bild der Besitzerfamilie Amer del Castell geschmückt, das einige Jahrhunderte zurückreicht. Im Garten gibt es einen romantischen Teich, der über einen kleinen Wasserfall gefüllt wird.

Tag 1
Morgens: Der Zimmercheck. Die acht Doppelzimmer sind ähnlich eingerichtet: elegant-traditionelle Betten und Kleinmöbel, modern-funktional die geräumigen Schränke, großzügig und hell die Bäder. Vorhanden sind natürlich Heizung, Klimaanlage und SAT-TV. Nette Idee: Catalina Salas, eine mit den Besitzern befreundete Malerin, die das Haus auch mit ihren Bildern bestückt, hat auf den Eingangstüren der Zimmer die Früchte der Finca verewigt. Da gibt es das Granatapfel-, Limonen, Feigen- oder Kirschen-Zimmer. Die Entscheidung fällt auf das Terrassenzimmer im ersten Stock mit dem Traumblick sowohl über eine Wiese in Richtung Dorf als auch übers weite Land und das 27.000 Quadratmeter große Anwesen bis hinüber nach Campanet.

Mittags: Während man am großen Pool mit Weitblick und schattiger Lounge relaxt, kann man Snacks wie pa amb oli, ­Salate, Gemüse-Pastete oder Tortilla bekommen. Auch alle Früchte der Finca stehen natürlich kostenlos zur Verfügung. Es gibt je nach Jahreszeit Orangen, Zitronen, Granatäpfel, Kirschen, Feigen, Nispeln oder Mandeln. Die sympathische Direktorin Cati ­Crespi (32) geht gerne mit den Gästen durch den großen Obst- und Gemüsegarten und erläutert die Anpflanzungen. Zudem gibt es jede Menge Olivenbäume, mit deren Oliven ein eigenes Öl hoher Qualität produziert wird. Es ist eine Coupage aus Arbequina-, Pi­cual- und Empeltre-Oliven.

Nachmittags: Masseur sowie Yoga­lehrerin kommen auf Wunsch ins Haus. Aber vom Prinzip her ist S´Hort de Cas Missèr zum Innehalten gedacht und ganz auf Ruhe ausgelegt. Es werden keine Kinder aufgenommen und das Angebot an Aktivitäten ist begrenzt. Hier kann man das „Abschalten vom Alltag" wahrlich zelebrieren. Wer jedoch sein Buch schon ausgelesen und der Poolliege überdrüssig ist, kann mit dem Wagen zur nur gut 10 Kilometer entfernten Klosteranlage Lluc fahren oder gar weiter zur Bucht Sa Calobra die Serpentinen hinab.

Abends: Es gibt die gleichen kleinen Speisen, die auch mittags angeboten werden, denn bislang ist die Küche nur Dienstagabend sozusagen „normal" geöffnet – exklusiv für Hausgäste. Serviert wird dann zum Preis von 35 Euro ein mallorquinisches Menü, zum größten Teil mit Produkten aus dem eigenen Garten. In der Nähe befinden sich jedoch einige gute Restaurants, die man fußläufig oder in wenigen
Autominuten erreichen kann wie das „Ca Na Toneta" von Spitzenköchin Maria Solivellas im Nachbarort Caimari, der „Celler Can Amer" im nur fünf Kilometer entfernten Inca oder das eher einfache „Can Simo" am Ortseingang von Selva.

Tag 2
Morgens: Hier wird das Frühstück noch im klassischen Stil persönlich serviert. Es gibt von 8.30 bis 10.30 Uhr Toast mit hausgemachten Marmeladen von allen Früchten der casa, Sandwichs mit ­Sobrassada, Schinken und/oder Käse nach Wunsch, pa amb oli mit kleinem Salat und natürlich Süßes: Ensaimada, Mandelkuchen und Früchte.

Vormittags: Derlei gestärkt kann man sich nochmals der Ruhe hingeben oder eine kleine Wanderung in den nahe gelegenen Wäldern unternehmen, die dem Ort Selva auch seinen Namen gegeben haben.

Unser Tipp: Ein Aufenthalt in Selva lohnt sich speziell am Wochenende vom 12. und 13. Juni, denn dann findet die Fira de Ses Herbes statt. Auf dem Kräuterfest duftet es herrlich und es gibt etliche Stände beziehungsweise Veranstaltungen rund um Rosmarin & Co. Weitere Infos unter www.firadesesherbes.com.

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