Chaos an deutschen Flughäfen bleibt trotz Reisewelle aus
BER bekommt die Situation in den Griff. Längere Schlangen in Hamburg und Hannover

Reisende am Flughafen Leipzig zu Beginn der Herbstferien (16.10.). / Peter Endig / dpa
Trotz zahlreicher Corona-Vorgaben und Personalengpässen ist das befürchtete Chaos an deutschen Flughäfen am Samstag (16.10.) ausgeblieben. Am Berliner Flughafen BER, wo vor einer Woche Passagiere stundenlang warten mussten und teils Flüge verpassten, habe es zwar Schlangen vor der Abfertigung gegeben, sagte ein Sprecher. Der Betrieb laufe aber weitgehend normal. Längere Schlangen gab es in Hamburg und Hannover. In der Hansestadt und in Schleswig-Holstein enden an diesem Wochenende die Herbstferien, in Niedersachsen und Bremen beginnen sie.
Deutschlands größtes Drehkreuz Frankfurt verzeichnete erwartungsgemäß ein hohes Aufkommen. Dies sei aber nichts Außergewöhnliches, sagte ein Sprecher. "Keine großen Wartezeiten. Es läuft." Auch in München gab es wegen der Pandemiekontrollen längere Schlangen. Es habe aber keine Probleme gegeben, berichtete ein Sprecher. "Die Flüge sind alle pünktlich raus. Wir haben keine Beschwerden bekommen." In Bayern beginnen die Herbstferien Ende Oktober, weshalb der Reiseandrang noch bevorsteht.
Bundespolizei und Flughafenbetreiber hatten den Fluggästen geraten, möglichst früh einzutreffen, um Check-in und Überprüfungen erledigen zu können. Zwei Stunden gelten wegen der zusätzlichen Corona-Kontrollen als Minimum. Am neuen Hauptstadtflughafen BER hatten sich vor einer Woche zu Ferienbeginn chaotische Szenen abgespielt: Passagiere standen in falschen Schlangen, kamen nicht an ihr Gepäck oder verpassten wegen der überlangen Wartezeiten ihre Verbindungen.
Der Flughafenverband ADV verwies nun darauf, dass sich die Flughäfen und Serviceunternehmen in einer Sondersituation befänden. "Nach monatelangem, fast vollständigem Erliegen des Luftverkehrs durch die Corona-Pandemie führen die mit Beginn der Ferienzeit deutlich ansteigenden Passagierzahlen zeitweise an vereinzelten Standorten zu Kapazitätsengpässen", sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.
Als Gründe nannte er etwa die Nachweispflichten wegen der Pandemie. Zudem hätten viele Beschäftigte das Arbeitsverhältnis wegen der Kurzarbeit gelöst. Neueinstellungen für Unternehmen mit Kurzarbeit seien meist nicht möglich. "Die wirtschaftliche Lage ist weiterhin angespannt - gekennzeichnet durch einen Luftverkehr auf niedrigem Niveau und gleichzeitig ausgeprägten Spitzenzeiten", sagte Beisel. Viele Unternehmen stünden deswegen vor der Entscheidung: Kurzarbeit oder Einstellungen.
Wegen der Pandemie war der Luftverkehr im vergangenen Jahr fast zum Erliegen gekommen. Bis die Branche das Vorkrisenniveau erreicht, könnten noch Jahre vergehen./dpa
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