Am Hafen von Palma de Mallorca schwelt ein Konflikt: Weil der Platz fehlt, können spezialisierte Firmen kaum Schiffe reparieren oder instand setzen. Die Folge: Die ersten Schiffe verlassen bereits Mallorca und suchen sich Häfen auf dem spanischen Festland, Frankreich oder Italien.

Bis vor kurzem hatten die Firmen im Hafen von Palma eine Fläche, an dem sie temporär Schiffe unterbringen konnten. Die Hafenbehörde stellt ihnen aber diese Zone nicht weiter zur Verfügung. "Wir haben rund 40.000 Quadratmetern verloren. Da war Platz für etwa 60 bis 80 Schiffe von 40 bis 60 Metern Länge", sagt Álex Casares vom zuständigen Unternehmensverband ADNEA.

Die Unternehmen würden bis 2025 Aufträge im Wert von 80 Millionen Euro verlieren, wenn die Hafenbehörde die Fläche nicht wieder freigebe. Der Vereinsvorsitzende warnt deshalb vor einem "Drama" für seine Branche. Und für die Insel. "Daran kann ein ganzer Industriesektor der Balearen zugrunde gehen."

Hafenbehörde von Palma hat ein bürokratisches Problem

Die Hafenbehörde hat bereits vor einigen Monaten erklärt, dass die temporäre Fläche wegen bürokratischer Probleme den Unternehmen nicht mehr zur Verfügung steht. Früher sei die Fläche jährlich freigegeben worden. Dies sei aber rechtlich nur drei Jahre am Stück möglich.

Jordi Mora, Álex Casares und Javier Calamardo im Hafen von Palma de Mallorca Guillem Porcel

Kritik gab es auch vom Verband der kleinen und mittelständischen Unternehmer (PIMEM). Dessen Präsident Jordi Mora sagte dem "Diario de Mallorca", dass Mallorca bereits seit 40 Jahren Industrie verliere. "Das ist uns bereits mit der Schuhindustrie so ergangen, genauso mit der Lebensmittel- und Modeindustrie. Wir können es uns nicht erlauben, auch unsere nautische Industrie zu verlieren." Es könne nicht sein, dass Bürokratie der Lösung dieses Problems im Wege stehe. /mw