Angst vor leeren Regalen: Statt Klopapier hamstern die Malloquiner jetzt Sonnenblumenöl

Es sind Bilder wie 2020: In den Supermärkten haben aktuell wieder Hamsterkäufe begonnen. Dabei gibt es dazu keinen Grund.

Leere Regale in einem Supermarkt auf Mallorca.

Leere Regale in einem Supermarkt auf Mallorca. / Penélope Oliver

Irene R. Aguado

Neue Krise, neue Hamsterkäufe: Während im März 2020 wegen der Corona-Pandemie wochenlang kein Klopapier zu finden war, sind jetzt die pflanzlichen Öle in Mallorcas Supermärkten häufig ausverkauft. Die Menschen befürchten, dass wegen des Krieges zwischen Ukraine und Russland die Transportketten ausgesetzt werden und es zu Mangel an Alltagswaren oder extrem erhöhten Preisen kommen könnte. Am Freitag war es schwierig, in Supermärkten Sonnenblumenöl zu finden. Teilweise fehlten auch Grundnahrungsmittel. Im Supermarkt Mercadona an der Straße Can Bronca zum Beispiel gingen Fleisch, Eier, Milch, Zucker und Mehl aus. Auch das Toilettenpapier war mal wieder leer.

Falsche Meldungen in den sozialen Medien befeuern das Problem: Die Audionachricht eines angeblichen Transporteurs, die über Whatsapp geteilt wurde, hatte beispielsweise für Panik gesorgt. Darin warnte der vor einem Generalstreik angesichts der hohen Treibstoffpreise. "Wir werden Palma und alle Dörfer blockieren", heißt es in der Audionachricht. "Also sagt allen Bescheid, weil es im Mercadona (spanische Supermarktkette - Anm. d. Red.) kein Essen mehr geben wird, bis die Benzinpreise nicht sinken." Der Verband der Transportunternehmen FEBT auf Mallorca zeigte sich entsetzt und widersprach der Whatsapp-Nachricht. Auch der Verband der Vertriebsunternehmen ANGED betonte, dass es keinen Mangel an Lebensmitteln auf den Balearen gebe.

Tankstellen verkaufen auf Mallorca doppelt so viel Benzin wie üblich

Unter den Mallorquinern gibt es geteilte Meinungen, was das Thema angeht. Die MZ-Schwesterzeitung Diario de Mallorca hat sich am Freitag in Supermärkten umgehört. "Ich glaube nicht, dass wir einfach so mehr einkaufen sollten, die Menschen sind sehr egoistisch", sagte Elena Rosales in einem Eroski-Supermarkt. Andere wiederum misstrauen den offiziellen Beschwichtigungen. Rosa Ariza verließ den Mercadona an der Straße Bartomeu Pou mit einem vollen Einkaufswagen und mehreren Tüten. "Ich mache mir vorsichtshalber einen Vorrat, man weiß nie, was passieren wird", sagt die Frau. Sie hat es geschafft eineinhalb Liter Sonnenblumenöl zu kaufen und will direkt zum nächsten Laden, um mehr davon zu suchen. "Bei der Krise habe ich schon Angst, dass es Engpässe geben könnte. Außerdem sind wir eine Insel, da ist es schwieriger, dass alles ankommt."

Lange Schlangen an der Billigtankstelle beim Ikea in Palma de Mallorca.

Lange Schlangen an der Billigtankstelle beim Ikea in Palma de Mallorca. / Miguel Vicens

Ähnlich wie den Supermärkten ging es den Tankstellen. Dort gab es am Freitag lange Schlangen mit dutzenden Autos, die den billigsten Treibstoff suchten. Pepi Díaz, Chefin der Tankstelle an der Straße Camp de Déu, musste versuchen die Klienten zu beruhigen und erklärte ihnen, dass das Benzin nicht ausgehe. Allerdings könnte es durch die Hamster-Tanker tatsächlich in einzelnen Tankstellen knapp werden, weil sie mit dem Nachfüllen kaum nachkommen. Díaz sagt, dass im Moment viel mehr Menschen ihren Tank füllen wollen als gewöhnlich. "Wir verkaufen im Moment doppelt so viel Benzin wie in normalen Monaten." /mwp