Wirtschaftsforum Neu Denken: Das "kleine Davos" von Deutschen auf Mallorca
Bei dem hochkarätig besetzten Wirtschaftsforum 2022 diskutieren in Es Capdellà DAX-Vorstände, Politiker und Experten über drängende Probleme der Gegenwart

Aufnahme vom Wirtschaftsforum Neu Denken im Jahr 2021 im Castell Son Claret. / Iván Pomposo
Vergangenes Jahr habe ihm einer der Teilnehmer gesagt, Davos habe auch einmal so angefangen, sagt Willi Plattes, Gründer und Chef der mittlerweile in Plattes Group umgetauften Steuerkanzlei European Accounting. Das klingt vermessen: den Weltwirtschaftsgipfel in der Schweiz mit dem Wirtschaftsforum Neu Denken auf Mallorca vergleichen, einem Treffen vorrangig deutscher Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, das an diesem Donnerstag beginnt.
Doch Größe und Reichweite einmal außen vor gelassen, ist das Prinzip dasselbe: Entscheider kommen an einem abgelegenen, idyllischen Ort zusammen, um sich über die ganz großen aktuellen Fragen auszutauschen. Der Ort ist in diesem Fall das Hotel Castell Son Claret in Es Capdellà des deutschen Logistikunternehmers Klaus-Michael Kühne, und die Zusammenstellung der Themen und Referenten obliegt der erfahrenen Konferenzleiterin und Journalistin Sabine Christiansen.
Inflation, Ukraine und China auf der Tagesordnung
Vor Ort sind dieses Jahr – es ist bereits die vierte Ausgabe – Unternehmenschefs wie Markus Krebber (RWE), Alexander Birken (Otto), Christian Klein (SAP), Werner Baumann (Bayer), Marc-Aurel Boersch (Nestlé), Stefan Engelke (Mühle), Christoph Werner (dm) oder Karl Gernandt (Kühne). Sie diskutieren über Inflation und Gefährdung des Wohlstandes, über die Folgen des Kriegs in der Ukraine und die Rolle Chinas, über Energiepolitik und Nahrungsmittelsicherheit, über Digitalisierung und Innovation.
Hinzu kommen Experten wie Marcel Fratzscher (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), Wolfgang Ischinger (Botschafter a. D.) oder Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping. Aus der ersten Riege der deutschen Politik digital hinzugeschaltet werden Bundesfinanzminister Christian Lindner sowie SPD-Chef Lars Klingbeil.
Mallorca ist nur am Rande ein Thema
Zur Eröffnung erwartet wird auch die balearische Finanzministerin Rosario Sánchez – ansonsten dürfte die Lage auf Mallorca, wo nicht alle, aber doch einige der Referenten eine Immobilie besitzen, nur am Rande Thema sein. Die von den drei Steuerkanzleien Plattes Group, Flick Gocke Schaumburg und Leitner&Leitner gemeinsam mit TV21, der Produktionsgesellschaft von Sabine Christiansen, initiierte Konferenz ist öffentlich, wobei die Zugangsbeschränkungen hoch sind: Die Teilnehmer zahlen für die knapp dreitägige Veranstaltung, ohne Übernachtung, aber mit Verpflegung 2.350 Euro. Das ist gewollt: Wie im großen Davos soll es auch im kleinen Es Capdellà exklusiv bleiben.
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