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Welche Auswirkungen wird der Lastwagenstreik kommende Woche auf Mallorca haben?

Eine Streikankündigung macht die Unternehmer auf den Balearen kurz vor der Weihnachtszeit nervös

Bereits im März blockierten Lastwagenfahrer bei einem Streik die Straßen. B. Ramón

Der Aufruf zu einem neuen Lastwagen-Streik in ganz Spanien ab dem 14. November veranlasst die Unternehmen auf Mallorca und den Nachbarinseln Produkte zu horten. Das bestätigten der balearische Verbandschef der Lastwagenfahrer Ezequiel Horrach und Vertreter großer Handelsunternehmen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Auch wenn sich die LKW-Fahrer der Balearen in einer Versammlung am Mittwoch (9.11.) gegen einen Streik auf den Inseln aussprachen, dürften die lokalen Betriebe von dem Streik auf dem Festland betroffen sein. Problematisch wird es, wenn die streikenden Fahrer wie schon im März die Häfen und Industriegebiete am spanischen Festland blockieren.

Der Streik wurde von der Organisation Plataforma en Defensa del Transporte, zu Deutsch "Plattform zur Verteidigung des Verkehrswesens" ausgerufen, die allerdings nur einen kleinen Teil der Fahrer vertritt und nicht von den großen nationalen Arbeitgebern unterstützt wird. Allerdings hat der Protest im März gezeigt, dass gar kein großer Rückhalt der LKW-Fahrer notwendig ist, um Probleme bei der Versorgung der Balearen zu verursachen. Obwohl die großen Handelsunternehmen versichern, dass in den kommenden Wochen keine Engpässe zu erwarten sind, könnte es zu einem Mangel an manchen leicht verderblichen Produkten kommen.

LKW-Streik könnte Weihnachtsgeschäft auf Mallorca in Gefahr bringen

Eine weitere Sorge der großen Handelsunternehmen auf Mallorca sind die Auswirkungen, die die Lieferschwierigkeiten bei einigen Produkten auf den Black Friday und die Weihnachtskampagne haben könnten, die traditionell am zweiten Dezemberwochenende beginnt. Der Sprecher für Transportunternehmen innerhalb des Unternehmerverbands CAEB erklärt, dass deswegen die Unternehmen auf den Balearen ihre Vorräte aufstocken. Dies sei in sämtlichen Bereichen zu beobachten, von nicht verderblichen Lebensmitteln bis hin zu Baumaterialien. Allerdings sei die verfügbare Lastwagen-Flotte begrenzt, sodass nicht alle eingehenden Aufträge angenommen werden könnten.

Ezequiel Horrach will sich in den nächsten Tagen mit der Balearen-Regierung und Vertretern der Zentralregierung darüber austauschen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, damit weiterhin Lieferungen auf die Inselgruppe gelangen können, ohne von den Streikposten auf dem Festland blockiert zu werden.

Gewerkschaft rät von Streik ab

Der Streik fällt dieses Mal mit dem Ende der Touristensaison zusammen, im Gegensatz zu dem im März, der kurz vor Ostern stattfand. Daher erwartet der Präsident des balearischen Verbandes der Lebensmittelhändler, Bartolomé Servera, keine Engpässe, da der Bedarf der Inselgruppe gesunken ist. Ezequiel Horrach dagegen weist darauf hin, dass der Bestand an gelagerten Materialien aktuell auf einem Mindestniveau liege. Daher müsse sichergestellt werden, dass der Zugang zu den Produkten nicht unterbrochen werde.

Die Gewerkschaft CCOO erklärt unterdessen, dass es sich um keinen offiziellen Streik handelt und fordert daher die Fahrer dazu auf, ihn nicht zu unterstützen.

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