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Wohnungen fürs Personal: Wie die Hotelkette Hipotels Mitarbeiter nach Mallorca locken will

Im vergangenen Sommer hat die mallorquinische Gruppe sogar Mietzuschüsse von bis zu 40 Prozent eingeführt, um Arbeitskräfte für ihre Hotels auf der Insel zu gewinnen

Andrés Gili, Leiter des Hipotels Playa de Palma Palace und die Vizepräsidenten María Antonia Llull und Gabriel Abraham. Manu Mielniezuk

Der Personalmangel im Hotelwesen hat in dieser Saison auch die Hotelgruppe Hipotels Hotels & Resorts erwischt. Das erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Unternehmens, María Antonia Llull, am Donnerstag (1.12.) bei einer Pressekonferenz, auf der Ausblick auf die kommende Saison präsentiert wurde.

Geplante Lösungen

Der Personalmangel ging so weit, dass neue Mitarbeiter mittags ankamen und abends nicht mehr auftauchten. Es gab mehr Angebot als Nachfrage. Auch für die nächste Saison sieht die Familie Llull Personalprobleme voraus: Sie werde die neuen Mitarbeiter schon eine Woche vor Arbeitsbeginn einstellen, um sie besser auf den neuen Job vorbereiten zu können.

Ein großes Problem der Hoteliers auf Mallorca ist zudem der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für die Mitarbeiter. Dem will die Kette ebenfalls begegnen: Zu den sechzig Wohnungen für das Personal, über die sie bereits in Cala Millor verfügt, werden bis 2023 weitere vierzig hinzukommen. Sie sollen in diesem Winter gebaut werden, damit sie im nächsten Sommer einzugsbereit sind. In der letzten Saison hatte das Familienunternehmen Mietzuschüsse von bis zu 40 Prozent für ihre Mitarbeiter gewährt, um sie nach Mallorca zu locken.

Höhere Preise in der kommenden Saison

Derweil wächst das Unternehmen auch außerhalb der Insel. So wird die Expansion in Mexiko fortgesetzt. Das Haven Riviera Cancún wurde um 104 Zimmer vergrößert. Zudem plane man den Bau von zwei neuen Hotels. Damit wird sich die Zahl der derzeit 28 Hotels – verteilt auf Mallorca (18), Cádiz (7), Lanzarote (2) und Mexiko – auf 30 erhöhen. Die Kette verfügt insgesamt über 14.500 Betten und beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiter.

Das Haven Riviera Cancún von Hipotels wurde gerade umfangreich erweitert. Hipotels

Im Sommer 2022 konnte Hipotels trotz eines Rückgangs von 250.000 Aufenthalten an die Einnahmen von 2019 heranreichen. Für 2023 ist die Hotel-Direktion optimistisch, auch wenn sie mit einem weiteren Rückgang der Aufenthaltsdauer um ein bis zwei Übernachtungen rechnet. "Wir werden mehr Gäste brauchen", sagte der stellvertretende Vorsitzende Gabriel Abraham. Die Preise würden wohl steigen. "Mal sehen, wie Deutschland durch den Winter kommt", fügte er hinzu. Die wichtigste Zielgruppe der Kette auf Mallorca sind Gäste aus Mitteleuropa. Zwischen 50 und 60 Prozent sind Deutsche, gefolgt von Briten und Spaniern mit jeweils 15 Prozent, erklärte María Antonia Llull. /bro

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