Die Unternehmen auf Mallorca pfeifen auf Maßnahmen gegen den Klimawandel
Gerade das Hotel- und Gaststättengewerbe hinkt hinterher. Kritik kommt auch von der Balearen-Regierung

Gerade der Tourismussektor unternimmt zu wenig gegen den Klimawandel, findet die Balearen-Regierung. / Nele Bendgens
Guillem Porcel
Ein Großteil der Unternehmen auf Mallorca und den Nachbarinseln unternimmt nichts, um den Klimawandel zu bekämpfen. Das ergibt eine Studie des spanischen Arbeitsministeriums, das sich erstmals mit dieser Frage auseinandersetzt.
Demnach machen 83 Prozent der Firmen auf den Balearen nicht auf das Problem des Klimawandels aufmerksam. 68 Prozent haben betriebsintern keinerlei Maßnahmen durchgesetzt, um die eigenen Auswirkungen auf das Klima zu reduzieren. Am wenigsten engagiert sich der Studie zufolge das Hotel- und Gaststättengewerbe, gefolgt vom Bausektor und dem Einzelhandel.
Bemerkenswert ist, dass 72 Prozent der befragten Betriebe nichts unternehmen würden, um ihren Beitrag zum Klimawandel zu reduzieren, selbst wenn diese Maßnahmen durch die öffentliche Verwaltung finanziert oder teilfinanziert würden.
Reduzierung des Energieverbrauchs
Zu den Maßnahmen, die die Unternehmen tatsächlich umsetzen, gehören vor allem jene, die der Reduzierung des Energieverbrauchs dienen. So etwa die automatische Klimatisierung der Arbeitsstätten oder eine stromsparendere Beleuchtung.
Die sture Haltung der Unternehmen in Klimafragen sorgt für Kopfschütteln bei der Balearen-Regierung. Der Vizepräsident und Minister für Energiewende, Juan Pedro Yllanes, erklärte, gerade im Tourismussektor gebe es viele Widerstände: "Der wichtigste Wirtschaftszweig der Balearen setzt nicht auf die Bekämpfung des Klimawandels."
Kritik vom Unternehmerverband
Vom Unternehmerverband CAEB hagelte es derweil Kritik an den Vorstellungen der Landesregierung. Die angestrebten Änderungen im balearischen Gesetz gegen den Klimawandel seien unmöglich umzusetzen und komplett unrealistisch, hieß es. Man hoffe darauf, durch Verhandlungen noch wesentliche Punkte ändern zu können. Zudem wies die CAEB darauf hin, dass einige Punkte des neuen Gesetzes im Widerspruch zum neuen Tourismusgesetz stehen. /pss
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