Flughafen, Jobs und Events betroffen: Wie der Beamtenmangel auf Mallorca den Tourismus in Bedrängnis bringt
Im Ernstfall könnte der Betrieb am Airport zum Erliegen kommen, warnen Gewerkschaften

Flughafen Mallorca – abhängig vom spanischen Wetterdienst. / Miguel Vicens
Es ist ein Warnruf, den man nicht auf die leichte Schulter nehmen kann: Die Gewerkschaften UGT und CCOO sehen aufgrund des Personalmangels in der öffentlichen Verwaltung dramatische Folgen für den Tourismus auf Mallorca voraus. Das berichtet die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Montag (3.6.). Demnach gebe es vor allem in der Ausländerbehörde sowie beim Wetterdienst große Schwierigkeiten, der Arbeitslast nachzukommen. Der UGT-Generalsekretär auf den Balearen, Miguel Ángel Romero, fand folgende Worte für die Lage: "Wir warnen nicht davor, dass der Wolf kommt. Wir sagen, dass der Wolf schon hier ist und uns schon zweimal herzhaft in den Hintern gebissen hat."
Diese Folgen hat der Beamtenmangel für den Tourismus:
- Flughafen: Besonders brisant könnte die Lage am Airport werden, denn er ist auf die Dienste des spanischen Wetterdienstes Aemet angewiesen. Die meteorologische Beobachtung ist entscheidend für das Starten und Landen der Flieger. Gerade bei Aemet hat es zuletzt viele Krankschreibungen und andere Probleme gegeben, die man mit Mühe und Not gelöst hat. Im Ernstfall, so UGT-Chef, müsste bei einer Verschärfung der Situation der Betrieb am Flughafen eingestellt werden, da die Sicherheit der Flüge nicht mehr gewährleistet werden kann.
- Saisonkräfte: Damit EU-Bürger während des Sommers auf Mallorca arbeiten können, brauchen sie sowohl die Ausländeridentifizierungsnummer NIE als auch das grüne Kärtchen, das den Eintrag ins Ausländerregister beweist. Zum fehlenden Personal, das diese Anträge bearbeitet, kommen auch noch Bauarbeiten in der Ausländerbehörde hinzu, die dazu führen, dass nicht alle Teile des Gebäudes genutzt werden können. Teilweise berichten sogar Anwälte, die im Auftrag ihrer Mandanten die bürokratischen Prozesse abwickeln, dass sie zwei Monate auf einen Termin warten müssen. In dieser Zeit arbeiten die Mandanten irregulär auf der Insel.
- Events: Sorgen machen sich aufgrund der Situation in der Ausländerbehörde auch Veranstalter von Konzerten und anderen Events. In der Branche ist es üblich, Arbeitskräfte aus Südamerika für wenige Monate zu verpflichten, die den Bühnenaufbau und andere Arbeiten erledigen. Diese Arbeitskräfte sind besonders auf die entsprechenden Genehmigungen angewiesen.
Zu den Gründen für die dramatische Situation gehört der Umstand, dass derzeit viele Beamten in Rente gehen. In vielen Bereichen kamen die Beamten auch bei voller Besetzung der hohen Arbeitslast kaum hinterher. Die hohen Lebenshaltungskosten auf Mallorca und die Schwierigkeit, eine bezahlbare Wohnung zu finden, machen die Personalsuche auch für die öffentlichen Stellen quasi unmöglich.
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