FTI-Urlauber müssen sich selbst zum Hotel durchschlagen: So ist die Lage am Flughafen Mallorca

Der Hoteltransfer wurde mittlerweile eingestellt. Es bleiben viele fragende Gesichter zurück

Viel los am FTI-Schalter auf dem Flughafen Mallorca.

Viel los am FTI-Schalter auf dem Flughafen Mallorca. / Petzold

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Es ist ganz schön viel los am FTI-Schalter am Dienstagmorgen (4.6.) auf dem Flughafen Mallorca. Tags zuvor hatte der Reiseanbieter vor dem Amtsgericht München Insolvenz angemeldet. Rund 4.000 Urlauber sollen der Incoming-Agentur Sidetours zufolge derzeit auf der Insel sein. Gegen 9.30 Uhr stehen rund hundert Leute in der Schlange. Allerdings sind nicht alles FTI-Kunden. An dem Schalter werden die Urlauber von gleich mehreren Reiseanbietern bedient.

4.000 Euro für die Reise

Zwei ältere Damen stehen am Schalter und wirken verzweifelt. Sie sind mit FTI auf die Insel gekommen und sind auf der Suche nach dem Hoteltransfer. Sie sprechen nur Französisch, was die Sache nicht einfach macht. "FTI? FTI?", fragen sie und fuchteln mit der Buchung herum.

Eine österreichische Familie steht an einem Automaten und zieht sich ein Wasser. "Wir sind 2 Uhr morgens aufgestanden. Mein Mann hat die Nachricht noch im Flieger gelesen", sagt die Mutter zweier Kinder. "Für uns ist es die Hochzeitsreise. 4.000 Euro haben wir bezahlt. Hoffentlich geht es gut." Am Schalter habe man ihnen gesagt, dass es keinen Hoteltransfer für FTI-Urlauber mehr gibt. Sie müssen sich nun bis nach Sa Coma durchschlagen und hoffen, dass die Hotelreservierung noch gültig ist.

Die zwei französischen Urlauberinnen wirken hilflos.

Die zwei französischen Urlauberinnen wirken hilflos. / Petzold

Auf Mitleid der Busfahrer hoffen

Wenig später haben die Französinnen eine Angestellte eines anderen Anbieters ausfindig gemacht. "Ich bin nicht von FTI", sagt die Frau energisch auf Deutsch. Die Österreicher kommen hinzu und klagen ihr Leid. "Stellen Sie sich mal zu den Bussen. Mit Kindern haben Sie gute Chancen, dass ein Busfahrer Mitleid bekommt", sagt die Angestellte.

Die Französinnen versuchen ihr Glück erneut am FTI-Schalter. Die Frau hinter der Scheibe deutet auf eine Telefonnummer auf der Buchung und macht mit der Hand das Zeichen, dass die Urlauberinnen dort anrufen sollen. Wenig später drückt sie ihnen ein Telefon in die Hand. Es braucht keine Französischkenntnisse, um herauszufinden, dass das Telefonat schlecht verläuft. Entsetzt blickt die ältere Frau am Handy ins Gesicht ihrer Reisepartnerin. "Was nun?", kann man aus ihren Augen ablesen. Diese Frage werden sich in den kommenden Tagen wohl noch weitere FTI-Mallorca-Urlauber stellen.

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