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Mehr Platz für Yachten auf Mallorca: Streit um die Erweiterung des Hafens von Palma

Pläne für einen Ausbau am Dic del Oest sorgen für ordentlich politischen Zwist. Nun muss ein neues Projekt her

Der Hafen von Palma aus der Vogelperspektive. Rechts oben die Mole Dic del Oest, wo nach den Plänen der Hafenverwaltung 90.000 zusätzliche Quadratmeter Hafenfläche entstehen sollten.

Der Hafen von Palma aus der Vogelperspektive. Rechts oben die Mole Dic del Oest, wo nach den Plänen der Hafenverwaltung 90.000 zusätzliche Quadratmeter Hafenfläche entstehen sollten. / DM

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Die Debatte um die überfüllte Insel erstreckt sich auf Mallorca auf immer weitere Bereiche. Jüngstes Beispiel ist die Erweiterung des Hafens von Palma. Die balearische Hafenbehörde Autoritat Portuària (APB) würde gerne mehr Platz im Hafen schaffen und manche Bereiche neu ordnen. Doch daraus wird nun zumindest vorerst nichts.

Denn das Thema ist zu einem politischen Spielball geworden – zwischen der Hafenbehörde auf der einen Seite, deren Verwaltungsrat großteils mit Befürwortern des Ausbaus aus der konservativen Volkspartei (PP) besetzt ist, darunter etwa Wohnungs- und Verkehrsministerin Marta Vidal oder der stellvertretende Bürgermeister von Palma, Javier Bonet, und auf der anderen Seite von Vertretern der Zentralregierung in Madrid.

Dort geben die Sozialisten den Ton an. Der Streit rund um die Erweiterung ist derzeit in vollem Gange. Der neueste Stand: Die Pläne sind erst einmal gestoppt. In den kommenden Wochen soll noch einmal verhandelt werden, bevor Anfang Juli neue Pläne vorgelegt werden könnten, über die abgestimmt werden soll.

Opposition übt scharfe Kritik

In Zeiten, in denen das Thema Überfüllung und Overtourism auf Mallorca allgegenwärtig ist, könne man doch nicht ernsthaft einen Hafenausbau anstreben, um möglicherweise noch mehr Kreuzfahrturlauber oder andere Gäste auf die Insel zu locken, schimpfen die Sozialisten auf den Balearen, allen voran der Fraktionssprecher im Landesparlament, Iago Negueruela. Die PSOE forderte die Rücknahme der Pläne und nannte die Erweiterung ein „Monsterprojekt“. Es sei „zynisch“, so Negueruela, dass die PP in Palma einen runden Tisch zur Nachhaltigkeit einberufe und Maßnahmen gegen die Folgen des Massentourismus fordere, gleichzeitig aber im Verwaltungsrat ein Projekt zum Ausbau des Hafens von Palma vorbringe.

Auch die Regionalpartei Més per Mallorca war wenig angetan von den Plänen. Stadträtin Neus Truyol schimpfte, das Vorhaben sei „sozialer und ökologischer Irrtum“. Die Erweiterung stelle einen „dramatischen Ausbau der Flächen für Kreuzfahrtschiffe, Luxusyachten und den Warentransport per Schiff“ dar. Truyol warnte vor einem weiteren Nobelhafen nach dem Vorbild von Port Adriano.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma. / Europa Press

Vonseiten der Hafenbehörde heißt es, dass noch gar nichts in trockenen Tüchern sei. Der Präsident der Institution, Javier Sanz, bemühte sich Anfang Juni um Schadensbegrenzung. Es handle sich derzeit lediglich um „Ideen und Gedanken“, erklärte er bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Wobei das nicht ganz richtig ist, denn der Plan wurde bereits 2020 verabschiedet. 2022 wurden mehrere Studien für das Projekt in Auftrag gegeben und dafür eine Million Euro investiert.

Das sehen die Pläne im Detail vor

Warum nun die ganze Aufregung? Der ursprüngliche Plan, der bereits 2020 verabschiedet wurde, sah vor, die Fläche des Hafens im Bereich des Dic del Oest um knapp 90.000 Quadratmeter zu erweitern. Vor allem sollte zusätzlicher Raum für die Reparatur und die Wartung von Yachten sowie weiteren Booten entstehen. Geplant war zudem der Umzug der Werften von ihrem bisherigen Platz an der alten Mole Moll Vell an den Dic del Oest.

Nach dem Ausbau und der Neuordnung des Hafens sollten die Kreuzfahrtschiffe alle an der Mole Ponent-Paraires anlegen. Nach Angaben der Hafenbehörde reduziert sich dabei aber gleichzeitig der Platz, der den großen Pötten zugestanden wird. Die Kreuzfahrtschiffe stehen im Mittelpunkt der Debatte um die Überfüllung der Innenstadt von Palma an bestimmten Tagen in der Hochsaison.

Städtische Wassersportschule?

Des Weiteren sahen die Pläne den Neubau einer weiteren Mole vor, an dem Frachtschiffe mit Treibstoff und Gefahrengütern anlegen können. Ebenfalls neu entstehen sollte eine Zone für Wassersport und Freizeitschifffahrt. Platz für weitere Megayachten war hier allerdings nicht eingeplant. Vielmehr wollte man unter anderem prüfen, ob dort eine von der Stadt geleitete Wassersportschule untergebracht werden könnte.

Zwar wäre die APB nicht auf eine Zustimmung aus Madrid angewiesen gewesen und hätte die Erweiterung auch aus eigenen Mitteln und mit der Mehrheit der PP im Verwaltungsrat durchziehen können. Allerdings wollte man nicht ein derart ambitioniertes Projekt mit der frontalen Opposition der Regierung in der Hauptstadt angehen.

Am Mittwoch (19.6.) war dann die konservative Volkspartei PP am Zug und schoss gegen Sozialisten und Més. Das Projekt sei „einstimmig aus Sicherheitsgründen“ im Aufsichtsrat zurückgenommen worden. Die Opposition verdrehe die Realität.

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