Trotz Razzia in der Schinkenstraße: Die Hoteliers an der Playa de Palma sind die Unsicherheit am Ballermann satt
Der Verband der Playa-Hoteliers kritisiert Behörden und Sicherheitskräfte mit scharfen Worten und zieht sich aus der gemeinsamen Kommission zurück

Die Schinkenstraße – laut den Hoteliers "eingenommen von illegalen Straßenhändlern und Drogendealern" / Ortspolizei Palma / Nationalpolizei
Rund 60 Beamte der Ortspolizei von Palma sowie der Nationalpolizei haben am Donnerstagabend (4.7.) eine Razzia an der Playa de Palma, unter anderem in der so genannten Schinkenstraße, durchgeführt. Dabei stand vor allem der illegale Straßenhandel im Fokus. Das gaben die beiden Polizeieinheiten in einer Pressemitteilung bekannt.

Razzia in der Schinkenstraß am Donnerstag (4.7.). / Ortspolizei Palma / Nationalpolizei
Die Polizisten kontrollierten die Personalien von 37 Personen und nahmen sechs von ihnen wegen fehlender Aufenthaltsgenehmigung fest. Zudem wurden 3.678 Kleidungsstücke sichergestellt, bei denen es sich in der Mehrheit um Fußballtrikots handeln dürfte. Auch Zigaretten, Getränke und Lebensmittel wurden konfisziert. Die beiden Polizeieinheiten bekräftigten in der Pressemitteilung die gute Zusammenarbeit, die dazu diene, die Sicherheit an dem Strandabschnitt für die Einheimischen und Besucher zu erhöhen.
Das sagen die Hoteliers
Trotz des Polizeieinsatzes zeigen sich die Hoteliers an der Playa de Palma alles andere als begeistert von der bisherigen Leistung der Sicherheitskräfte. In einer Pressemitteilung kritisierte der Verband der Gästehäuser (AHPP) in scharfen Tönen die sich immer weiter verschlechternde Lage am so genannten Ballermann. AHPP-Chef Pedro Marín erklärte, die "Ineffizienz und die Nachlässigkeit der Behörden" führe zu einem erheblichen Imageschaden für eines der wichtigsten Urlaubsziele auf den Balearen.

Krisenherd Playa de Palma: Die Razzia von Ortspolizei Palma und Nationalpolizei in einem Luftbild. / Ortspolizei Palma / Nationalpolizei
Marín betonte in der Mitteilung insbesondere die Lage in der Schinkenstraße. Diese sei von illegalen Straßenhändlern sowie Drogendealern quasi eingenommen. Angesichts dieser Lage hätten die Sicherheitskräfte bislang keine klare Strategie an den Tag gelegt.
"Treffen eine Zeitverschwendung"
Nach unzähligen Sitzungen der Kommission für die Sicherheit an der Playa de Palma, an der neben den Hoteliers auch die Sicherheitskräfte und die Behörden beteiligt sind, sei man zu dem Schluss gekommen, dass diese Treffen reine Zeitverschwendung gewesen seien, so Marin. "Alle meckern nur darüber, dass sie nicht ausreichend Personal haben. Diese Ausrede hören wir jedes Jahr. Gleichzeitig werden die Probleme immer schlimmer."
Die Hoteliers betonen, sie hätten ihre Hausaufgaben gemacht und wesentliche Investitionen in die Verbesserung der Playa gesteckt. Doch die prekäre Sicherheitslage mache all diese Bemühungen zunichte.
Gleichzeitig betonte Marin, dass man selbstverständlich bereit sei, sich wieder zusammenzusetzen – unter der Voraussetzung, dass man "nicht mehr Zeit damit verliert, die Probleme festzustellen anstatt Lösungen umzusetzen."
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