Anti-Massentourismus-Demo auf Mallorca: "Wir wollen Aufmerksamkeit in den Herkunftsländern der Urlauber"

Bei der Demo am 21. Juli in Palma wolle man die Politiker davon zu überzeugen, sich der Anliegen der Bevölkerung anzunehmen

Weniger Tourismus, mehr Leben: Das Organisationskomitee der Anti-Massentourismus-Demo vor der Kathedrale von Palma.

Weniger Tourismus, mehr Leben: Das Organisationskomitee der Anti-Massentourismus-Demo vor der Kathedrale von Palma. / Manu Mielniezuk

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Am 21. Juli sollen nach dem Willen von rund 80 Organisationen und Verbänden von Mallorca zehntausende Menschen unter dem Motto "Canviem el rumb, posem límits al turisme" (Lasst uns den Kurs ändern und Limits für den Tourismus einführen) auf den Straßen von Palma zusammenkommen, um gegen die Auswirkungen des Massentourismus zu demonstrieren. Am Samstag (6.7.) haben nun Vertreter des Organisationskomitees bei einer Pressekonferenz vor der Kathedrale die Ziele der Kundgebung definiert.

"Wir wollen mitten in der Hochsaison auf den Tisch hauen", erklärte Jaume Pujol, der Sprecher von "Menys Turisme, Més Vida" (Weniger Tourismus, mehr Leben). Die Demonstration solle einen Wendepunkt in der Tourismuspolitik der Insel darstellen. "Vor allem sind wir an der Aufmerksamkeit in den Herkunftsländern der Urlauber interessiert. Nur so können wir die Politiker davon überzeugen, sich der Bedürfnisse der Bevölkerung anzunehmen." Nach Ansicht der Organisatoren hätten die Verantwortlichen in der Politik derzeit wenig mehr zu bieten als Täuschungsmanöver und leere Worte.

Antwort an Hotel-Chef Escarrer

Pujol äußerte sich auch zu den Aussagen des mächtigen Hotelchefs Gabriel Escarrer, der im Laufe der Woche die Sorge ausgedrückt hatte, die Demonstrationen gegen den Massentourismus könnten den Urlaubern das Gefühl vermitteln, dass sie nicht mehr willkommen sind. Wenn das eintrete, sei dies "das Schlimmste, was uns passieren kann." Pujol erklärte: "Was wir vermitteln wollen, ist die Notwendigkeit eines Kurswechsels, damit wir wieder in Ruhe und unter würdigen Bedingungen leben können. Die Hoteliers mögen denken, dass wir damit die Insel in ein schlechtes Licht rücken. Wir glauben derweil, dass nicht wir es sind, die für ein negatives Image sorgen."

Die Großdemo beginnt am 21. Juli um 19 Uhr am Parc de les Estacions und zieht von da durch die wichtigsten Straßen von Palma. Es ist bereits die zweite Demo, die sich gegen die negativen Auswirkungen des Massentourismus wie Wohnungsnot und überteuerte Lebenshaltungskosten richtet. Bereits am 15. Mai zogen rund 15.000 Menschen durch die Stadt, um ihren Unmut kundzutun. /pss