Inselratspräsident von Mallorca: "Brauchen Ferienvermietung, damit Fincas nicht an Ausländer verkauft werden"

In der Tramuntana ist die touristische Vermietung bislang nicht erlaubt. Dass die Gemeinden das ändern wollen, hat finanzielle Gründe

Inselratspräsident Llorenç Galmés.

Inselratspräsident Llorenç Galmés. / B. Ramon

Inselratspräsident Llorenç Galmés möchte die Ferienvermietung in der Tramuntana erlauben. Der konservative Politiker, der sein Amt seit einem Jahr ausübt, erklärte, er habe von "allen" Bürgermeistern der Gebirgskette den Antrag bekommen zu prüfen, wie die touristische Vermietung rechtlich möglich gemacht werden könne. Der Wunsch bestehe bei Gemeinderäten jeglicher politischen Couleur, versicherte Galmés.

Darum ist Ferienvermietung bislang verboten

Das Problem für die Gemeinden: Auf Mallorca ist es derzeit nicht gestattet, Ferienvermietung im geschützten ländlichen Raum zu betreiben. Da aber die Tramuntana als Welterbe quasi komplett in diese Kategorie fällt, gelten in der Regel kaum Ausnahmen. Erlaubt sind lediglich Hotels und so genannte agroturismus (Landhotels).

Traumhaft, aber gefährlich: Dieses Bild nahm Fitzner während seiner >Tramuntana-Wanderung auf

Die Tramuntana. / Thomas Fitzner

Das Problem für viele Finca-Besitzer: Die Erhaltung und Pflege der teilweise weitläufigen Landgüter in den Bergen ist sehr kostspielig. Die Einnahmen aus der legalen Ferienvermietung könnten dafür eingesetzt werden, um die laufenden Kosten zu decken. Etwas drastischer formulierte es Galmés: Die Ferienvermietung sei notwendig, "damit die Fincas nicht an Ausländer verkauft werden müssen, so wie es in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war."

Man wolle sich nun die Vorschläge aus den einzelnen Gemeinden und auch die der Bewohner anhören, so der Inselrats-Chef. Eine zentrale Voraussetzung für die Erlaubnis stellte er vorab klar: Dass ein nicht unbedeutender Teil der Einnahmen aus der Vermietung in den Erhalt des Welterbes Tramuntana fließt.

Kritik von der Opposition

Bei der Opposition stieß der Vorstoß von Galmés nicht gerade auf Begeisterung. Sozialisten-Chefin Catalina Cladera erklärte, es gebe sicherlich andere Möglichkeiten als die touristische Vermietung, um finanzielle Mittel für den Erhalt der Fincas zu generieren. Zudem stelle eine Aufweichung der geltenden Regeln einen Widerspruch zum derzeitigen Diskurs der PP hinsichtlich des Massentourismus und der damit einhergehenden Überfüllung der Insel dar. /pss