Überfüllung der Insel: Die Anwohner von Sóller schlagen Alarm

Die Bewohner der Gemeinde haben eine Protestaktion gestartet

In Sóller hängen an vielen Balkonen Schilder mit der Aufschrift "SOS Sóller".

In Sóller hängen an vielen Balkonen Schilder mit der Aufschrift "SOS Sóller". / Joan Mora

Kaum ein Tag vergeht, an dem die Überfüllung der Insel es nicht in die Schlagzeilen schafft. Seit dem Wochenende sind es nun die Einwohner des von den Besuchermassen geplagten Tramuntana-Dorfes Sóller, die ihrem Unmut auf neue Wiese Luft machen. An den Balkonen ihrer Wohnhäuser haben zahlreiche Bürger im Orangental Schilder mit der Aufschrift "SOS Sóller" angebracht.

Große Probleme in Sóller

Vonseiten der für die Kampagne zuständigen Plattform heißt es, das Tramuntanadorf habe zuletzt einen ungebremsten Anstieg des Tourismus erlebt. Zwar bringe das viel Geld in die Gemeinde, aber Begleiterscheinungen wie Probleme im Zusammenleben, die unkontrollierte Ausbeutung der vorhandenen Ressourcen und der Verlust der kulturellen Identität seien an der Tagesordnung. Hinzu kämen lange Staus auf der Landstraße nach Sóller sowie fehlende Parkplätze.

Die Organisatoren der Kampagne fordern Maßnahmen, um den Alltag der Anwohner zu schützen. So soll nach dem Willen der Protestierenden unter anderem die Anzahl der Mietwagen beschränkt werden, die täglich in die Gemeinde kommen. Auch die aktive Förderung der kulturellen Identität und der örtlichen Eigenschaften wird gefordert. Zudem müsse die Ferienvermietung strenger reguliert werden. Ungebührliches Verhalten solle mit beispielhaften Strafen geahndet werden. Ziel sei es, dass Einheimische und Urlauber "in Harmonie" miteinander leben könnten.

Großdemo am 21. Juli

Der Protest gegen die Überfüllung der Insel soll am 21. Juli ihren nächsten Höhepunkt finden. Für den Tag haben über 80 Verbände und Organisationen zu einer Großdemo in Palma aufgerufen. Die Veranstalter der Protestkundgebung erklärten bei einer Pressekonferenz am Samstag, Ziel sei es vor allem, in den Herkunftsländern der Urlauber für Aufmerksamkeit zu sorgen. Nur so könne man die hiesigen Politiker dazu bewegen, echte Maßnahmen gegen die Probleme anzuwenden.