Anti-Massentourismus-Demo auf Mallorca: Das wünscht sich der 15-jährige Sprecher der Bewegung
Der junge Mann rechnet mit einem Erfolg der Demonstration, ist aber enttäuscht von der Politik auf der Insel

Jaume Pujol. / Bernardo Arzayus
Einer der jüngsten Aktivisten der Bewegung „Menys turisme, més vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben) ist erst 15 Jahre alt – und schon einer der Sprecher. Jaume Pujol bekam die aufrührerische Ader von seiner Familie in die Wiege gelegt, sagte der Schüler in einem Interview mit der MZ-Schwesterzeitung „Diario de Mallorca“. Sein Großvater war sein Leben lang Gewerkschafter, seine Tante setzte sich als Aktivistin vor allem für die Inselsprache ein, und auch der kleine Jaume ging schon als Kind mit seinen Eltern auf Demonstrationen. Später begann er, sich bei Fridays for future zu engagieren.
Für Sonntag (21.7.) rechnet Pujol mit einer „historischen Demonstration“, allerdings, wie Gob-Sprecherin Marga Ramis, ohne genaue Zahlen zu nennen, wie viele Teilnehmer erwartet werden. Es gebe keine Busse, die von den Dörfern aus nach Palma fahren, so wie 2015 bei der Kundgebung gegen das Drei-Sprachen-Modell an den Schulen, das 100.000 Menschen auf die Straße trieb. „Aber ich glaube, die Demo wird unter den großen auf Mallorca ihren Platz finden“, sagt Pujol.
Enttäuscht von der Politik
Mit der Politik auf der Insel habe es bisher so gut wie keinen Kontakt gegeben, berichtet der Aktivist. „Es wurde zwar der Runde Tisch der Nachhaltigkeit einberufen, aber man hat uns dazu nicht eingeladen. Wir haben keinerlei Willen gespürt, mit uns zu reden.“ Die Politik werde weiter den Diskurs des Qualitäts- und Luxusurlaubers forcieren. „Wir wollen aber nicht, dass der Urlaubertyp einfach wechselt, wir wollen einen übergreifenden sozioökonomischem Wandel“, sagt Pujol.
Dabei helfe sicherlich der Kontakt zur internationalen Presse, der inzwischen eng sei. „Wir hatten bei der ersten Großkundgebung eine riesige Medienwirkung in Europa“, sagt Pujol. Auch für die zweite Demonstration hätten sich bereits internationale Medien angekündigt. „Sie kommen ausschließlich auf die Insel, um über die Demo zu berichten.“
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