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Nächste Aktion gegen Massentourismus: "Strafzettel" für Urlauber an beliebter Naturbucht

Die Aktivisten betonen, dass der einzelne Urlauber nicht das Problem sei – vielmehr kritisieren sie ein System, das auf Ausbeutung von Mensch und Natur beruht

Ein Strafzettel von Caterva an einem Auto an der Cala Varques.

Ein Strafzettel von Caterva an einem Auto an der Cala Varques. / Caterva

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Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Der Protest auf Mallorca gegen die Auswirkungen des Massentourismus geht weiter. Nun ist die antikapitalistische Gruppe Caterva wieder mit einer Aktion in die Öffentlichkeit getreten. An der Landstraße zur beliebten Naturbucht Cala Varques, die einst ein Aussteigerparadies war, längst aber täglich von hunderten Besuchern in Beschlag genommen wird, verteilten die Aktivisten "Strafzettel". Als die Badegäste vom Strand kamen, fanden sie an ihren Wagen – in der Mehrzahl Mietwagen – ein Knöllchen in Höhe von 300 Euro vor. Ihr Vergehen laut Strafzettel: "Beitrag zur Zerstörung Mallorcas".

"Wir wollten die Urlauber auf das Unwohlsein der Mallorquiner hinweisen", erklärten die Aktivisten in einer Pressemitteilung, sie wollten die "Monokultur des Tourismus mit einem Hauch Humor und Satire" bekämpfen.

QR-Code auf dem Strafzettel

Der Strafzettel ist mit einem QR-Code versehen. Wer den Link ansteuert, kann zwischen drei Sprachen – Katalanisch, Englisch, Deutsch – wählen. Die Website simuliert einen "Hackerangriff", bei dem unter anderem "der Rückflug umgebucht" wird und "alle Mallorca-Fotos von Instagram gelöscht" werden. Danach taucht eine Seite mit einem kurzen Text auf, in dem die Kritik an der heutigen Form des Massentourismus auf der Insel erklärt wird. Die Seite lässt sich unter diesem Link aufrufen.

Es blieb nicht bei den Strafzetteln – die Aktivisten informierten ankommende Badegäste auch darüber, dass man entlang der Landstraße, an der die Autos standen, nicht parken darfein Umstand, der der Wahrheit entspricht, aber seit Jahren von den Massen an Strandbesuchern komplett ignoriert wird. Einige Autos seien dann wieder weggefahren, berichten die Aktivisten.

Für die Protestler ist dies ein Beweis dafür, dass die zuständige Gemeinde Manacor und der Inselrat durchaus Möglichkeiten hätten, die Überfüllung von Naturbuchten zu bekämpfen, wenn nur der politische Wille da wäre. "Dann müsste man nicht mal Strafen ausstellen", beteuern sie.

"Einzelne Urlauber nicht das Problem"

Die Aktivisten betonen, dass der einzelne Urlauber kein Problem darstelle. Viel mehr sei es das System, das auf der Ausbeutung der Arbeiterklasse und der Natur beruhe, um einige wenige reich zu machen. Besonders kritisch zeigten sich die Aktivisten mit der konservativen PP. Diese beschuldige die weniger wohlhabenden Urlauber an der Überfüllung und setze voll auf den Luxustourismus der kleinen reichen Oberschicht.

Die Aktivisten von Caterva waren schon im vergangenen Sommer durch eine tourismuskritische Spaßkampagne an verschiedenen Stränden der Insel aufgefallen. Damals warnten englischsprachige Schilder vor gefährlichen Quallen oder informierten Badegäste darüber, dass die Route zur ersehnten Bucht zwei Stunden und 53 Minuten dauern würde.

Anfang Juni gab es in Alaró einen Zwischenfall, bei dem ein Mietauto zerkratzt wurde. Ein Aufkleber am Tatort stellte einen Zusammenhang zu Caterva her. Bislang gibt es aber keine Hinweise darauf, dass es sich um eine Kampagne der Spaßaktivisten gehandelt hat.

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