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Massentourismus auf Mallorca: 37 Prozent der Insulaner halten Proteste für nicht gerechtfertigt

Das Sozialforschungsinstitut Gadeso hat 600 Personen auf Mallorca befragt. Nur 24 Prozent stehen voll und ganz hinter den Kundgebungen

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Bis zu 50.000 Menschen haben zuletzt bei der Großkundgebung gegen die negativen Folgen des Massentourismus auf Mallorca demonstriert. Laut einer Umfrage des Sozialforschungsinstituts Gadeso stehen aber nur 24 Prozent der Inselbevölkerung voll und ganz hinter den Protesten, 37 Prozent halten die Demonstrationen für nicht gerechtfertigt. Gadeso befragte 600 Personen auf Mallorca.

Diejenigen, die die Proteste ablehnen, geben an, dass die Inseln "vom Tourismus leben". 35 Prozent der Befragten halten die Kundgebungen für "teilweise gerechtfertigt". 4 Prozent wollten oder konnten keine Angabe machen.

Was sind die Gründe?

In einem zweiten Schritt untersuchte Gadeso die Gründe, die nach Meinung der Befragten zu den Kundgebungen führen. Hier waren Mehrfachnennungen möglich. An erster Stelle rangiert hier die Überfüllung von öffentlichen Orten. 74 Prozent gaben diesen Grund an. Auf Platz 2 landete die Wohnungsnot, 72 Prozent gaben diesen Grund an.

Eine Wohnung in Palma zu kaufen, wird für Einheimische auch 2024 nicht einfach. Selbst wenn die Preise nicht mehr so steigen wie bisher. | F.: PERE JOAN OLIVER

Eine Wohnung in Palma zu kaufen, wird für Einheimische auch 2024 nicht einfach. Selbst wenn die Preise nicht mehr so steigen wie bisher. / PERE JOAN OLIVER

Als weitere Gründe wurden die Habgier von Reiseveranstaltern und Hoteliers (71 Prozent), die Ferienvermietung (69 Prozent) und der Exzesstourismus (68 Prozent) angegeben. Kommentare gab es von den Befragten vor allem in die Richtung: "Weil sie (die Urlauber, d. Red.) bezahlen, glauben sie, sie können hier tun und lassen, was sie wollen. Aber das würden sie zu Hause niemals machen."

Wer sind die Verantwortlichen für die Situation auf der Insel?

Immerhin 78 Prozent halten die Politiker für die Schuldigen, sei es weil sie nicht oder falsch aktiv wurden. Hoteliers und Reiseveranstalter landen auf Platz 2 mit 73 Prozent.

Weitere Verantwortliche sind, so die Befragten, die Ferienvermieter (67 Prozent) und die Spekulanten (62 Prozent), die nach Meinung der Inselbevölkerung die Wohnungspreise in die Höhe treiben. Die Urlauber werden nur von 51 Prozent als Verantwortliche gesehen, die Einheimischen nur mit 38 Prozent.

Und wie könnten Lösungen aussehen?

Die meiste Zustimmung bekam mit 59 Prozent die umstrittene Forderung eines Verkaufsverbots von Immobilien an Nicht-Residenten. Eine solche Forderung kam bereits in der vergangenen Legislaturperiode der Linksregierung auf, ist allerdings nicht mit dem Freizügigkeitsrecht der EU vereinbar. 58 Prozent sprachen sich für eine Beschränkung der Urlauberzahlen auf der Insel aus.

Mit je 57 Prozent landeten die Forderungen nach dem Verbot der Ferienvermietung und gedeckelten Wohnungspreisen auf Rang 3. 54 Prozent sind dafür zu haben, Urlaubern den Zugang zu bestimmten Orten zu verwehren.

Hotelbetten streichen wäre für 51 Prozent der Befragten eine Lösung. Genau so viele sind dafür, den Wirkungsradius von Reiseveranstaltern einzuschränken. Und 45 Prozent wollen die Zahl der Fahrzeuge auf der Insel deutlich reduzieren.

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