Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Urlauber und Zweithausbesitzer aufgepasst: Inselrat will Obergrenze für Autos auf Mallorca einführen

Mit dieser Beschränkung sollen die vor allem in der Hochsaison chronisch überlasteten Straßen auf der Insel entlastet werden

Hunderttausende Fahrzeuge kommen jährlich mit der Fähre vom Festland auf Mallorca an.

Hunderttausende Fahrzeuge kommen jährlich mit der Fähre vom Festland auf Mallorca an. / B. Ramon

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google

Auf Formentera ist es bereits Wirklichkeit, auf Mallorca könnte es bald kommen: ein Limit für Fahrzeuge, die von auswärts auf die Insel kommen. Der Präsident des Inselrats von Mallorca, Llorenç Galmés, hat am Mittwoch (23.10.) im Zuge der Vorstellung einer Studie über die Verkehrsbelastung auf der Insel angekündigt, dass es in Zukunft eine tägliche Obergrenze von Autos geben soll, die mit dem Schiff auf Mallorca ankommen. Auf diese Weise soll die Ankunft von Fahrzeugen kontrolliert werden, die nicht auf Mallorca oder den Nachbarinseln steuerpflichtig sind.

Zum einen sind das in vielen Fällen die Mietwagen, die zwar auf Mallorca verliehen und benutzt werden, allerdings in Gemeinden auf dem spanischen Festland gemeldet sind, in denen die Steuern deutlich niedriger sind. Deshalb ist nach wie vor unklar, wie viele Mietwagen wirklich auf den Balearen unterwegs sind.

Limit gilt nicht für Residenten

Zum anderen soll aber auch die Ankunft von Urlaubern oder Zweithausbesitzern in ihren Privatfahrzeugen begrenzt werden, die nicht auf Mallorca oder den anderen Balearen-Inseln gemeldet sind. Für Residenten auf den Balearen gilt die Einschränkung nicht. Als dritte Maßnahme will der Inselrat für die Fahrzeuge, die nicht auf den Inseln ihre Kfz-Steuer zahlen, eine Gebühr für die Einreise nach Mallorca erheben, so wie sie ebenfalls bereits auf Formentera gilt.

"Wenn wir auf dem Weg zu einem nachhaltigen Tourismusmodell vorankommen wollen, müssen wir mutige Maßnahmen ergreifen. Ich werde keine Skrupel haben", sagte Llorenç Galmés. Auch sollen weitere Gegenden auf Mallorca zumindest zeitweise für den Autoverkehr gesperrt und nur noch mit einem Shuttle-Bus erreichbar sein, so wie es auf der Halbinsel Formentor in den Sommermonaten bereits der Fall ist. Als mögliche Kandidaten für Zufahrtsbeschränkungen gelten Sa Calobra und Port de Sóller.

Teils chaotische Zustände am ersten Tag mit Zufahrtsbeschränkungen auf der Formentor-Halbinsel

Shuttle-Busse gibt es bereits am Cap Formentor in den Sommermonaten. / Joan Frau

108 Prozent mehr Autos angekommen als 2017

Die Studie zur Verkehrsbelastung auf Mallorca hatte unter anderem ergeben, dass zu manchen Zeiten im Hochsommer zwischen 90.000 und 120.000 Autos mehr auf der Insel unterwegs sind, als das bestehende Straßennetz aufnehmen kann. Im Jahr 2023 seien 324.623 Fahrzeuge mit Fahrer in den Häfen der Insel angekommen. Das waren 108 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Dazu kamen noch einmal 55.000 Fahrzeuge, die Waren auf die Insel brachten. Die zusammen knapp 380.000 Gefährte stellten knapp 40 Prozent des Fahrzeugbestands auf der Insel. Die Studie belegt auch, dass allein in den Jahren 2020 bis 2023 mehr als 109.000 Fahrzeuge von außen nach Mallorca kamen und sich seither dauerhaft auf der Insel befinden.

Es ist nicht das erste Mal, dass man sich auf Mallorca Gedanken um ein Fahrzeuglimit auf der Insel macht. Bereits 2017 plante das balearische Tourismusministerium eine Obergrenze für die Zahl der Mietwagen. Auch damals wurde eine Studie zur Verkehrsbelastung in Auftrag gegeben. Passiert ist seither nichts.

Nahverkehr ausbauen

Gleichzeitig zu den Obergrenzen für private Pkw soll der öffentliche Nahverkehr auf Mallorca ausgebaut werden, versprach Galmés. Vor allem die Busverbindungen sollen verbessert werden, außerdem verwies Galmés auf die geplanten Zugtrasse zwischen Palma und Llucmajor. Für den ÖPNV ist allerdings nicht der Inselrat, sondern die Balearen-Regierung verantwortlich.

Geplant ist, dass die Beschränkungen, die der Inselrat einführen will, bereits im Jahr 2025 in Kraft treten, so sie denn im Plenum eine Mehrheit finden. In den kommenden Tagen sollen die Pläne den anderen Parteien, der Mietwagenbranche und dem Runden Tisch für Nachhaltigkeit und den Umbau des Tourismusmodells vorgestellt werden.

Tracking Pixel Contents