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Parodie oder ernst gemeint? Calvià wirbt mit "Sonne, Strand, Paella"-Video um Urlauber

Die Gemeinde im Südwesten der Insel überrascht bei der Reisemesse in London mit einem Musikvideo

Sonne, Strand, Sangria, Paella - So wirbt Calvià für den Mallorca-Urlaub 2025

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Seit längerem bemüht sich Mallorca darum, vom Sonne-und-Strand-Image wegzukommen. Mit modern klingenden Schlagworten wie "Nachhaltigkeit" und "Kultur- und Sport-Tourismus" sind Balearen-Regierung und Inselrat auf die derzeit stattfindende Reisemesse World Travel Market nach London gereist. Mit an Bord der Delegation: Calviàs Bürgermeister Juan Antonio Amengual. Und der hat offenbar eine ganz andere Idee davon, welche Urlauber seine Gemeinde braucht.

Und so präsentierte er in London ein Musikvideo, in dem alles aufgefahren wird, was einem Werbestrategen der 60er-Jahre das Herz hörer schlagen lässt. Begleitet von einer eigens komponierten, flotten Rumba, wird hier für einen Urlaub am Strand inklusive Paella und Sangria geworben. Der eingängige Text: "One Tourist, One Friend/ Bienvenidos amigos/ I Love the Sun/ I Love the Sea/ We Love to Live". (Ein Urlauber, ein Freund/ Willkommen, Freunde/ Ich liebe die Sonne/Ich liebe das Meer/Wir lieben das Leben).

Gedreht wurde unter anderem im Sol Katmandú, im Rafa-Nadal-Hotel Zel Mallorca sowie im Beso Beach Club. Amengual lässt es sich nicht nehmen, in dem Video selbst die Hüften zu schwingen.

Eine "positive Botschaft"

Nun könnte man annehmen, das Video entsteht aus dem weltweit aufkeimenden Begehren heraus, die westliche Gesellschaft zurück in die Sittenverhältnisse der 50er-Jahre zu katapultieren. Doch Amengual hat einen anderen Beweggrund: Es sei die seiner Ansicht nach auf der Insel grassierende Tourismus-Phobie, der er mit einer "positiven Botschaft" entgegenhalten möchte. Und was ist positiver als Sonne, Strand und Sangria? Ein wenig enttäuschend ist, dass er nicht mindestens einen Stierkämpfer durchs Bild laufen lässt.

Immerhin: Positive Botschaften braucht Mallorca in England allemal. Denn seit Monaten interpretiert die dortige Presse jeden Gesetzesvorschlag, der nur ansatzweise mit Tourismus zu tun hat, als direkten persönlichen Angriff auf die britischen Urlauber. Wenn sich die dortige Presse mit dieser Werbung für einen Urlaub in der Vergangenheit abspeisen lässt, waren es gut investierte 10.000 Euro.

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