Endgültiges Aus für "Europas größte Kartbahn" an der Playa de Palma
Die Investoren hatten das Projekt als Kontrastprogramm zum Sauftourismus an der Urlauberhochburg konzipiert

Die Playa de Palma bekommt keine Kartbahn. / dpa
Die "größte Kartbahn Europas" wird nicht gebaut – zumindest nicht an der Playa de Palma: Das Rathaus Palma hat den Antrag für den Bau einer riesigen Motorsportanlage im Hinterland der Urlauberhochburg endgültig abgelehnt. Einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Ultima Hora" bestätigte ein Sprecher der Stadt Palma auf MZ-Anfrage. "Das Gelände ist für landwirtschaftliche Zwecke ausgeschrieben, eine solche Anlage ist dort rechtlich nicht möglich."
Das Vorhaben reicht bis ins Jahr 2015 zurück. Damals gab es erste Berichte über das von spanischen und kanadischen Investoren im Rahmen der Firma Son Forsiego S.A. vorangetriebenen Projekts. Geplant war, auf einem 50.000 Quadratmeter großen Gelände an der Ausfahrt Nr. 11 auf der Flughafen-Autobahn einen bis zu 1,5 Kilometer langen Rundkurs zu errichten.
Kontrastprogramm zum Sauftourismus
Die Investoren machten sich die schon damals vorherrschenden Sorgen um das Sauftourismus-Image für die Bewerbung ihres Projekts zunutze. "Mit dem Kartprojekt wollen wir vor allem Familien ansprechen", sagte eine Sprecherin damals beim MZ-Ortstermin. Ein "Family Entertainment Center" – als Kontrastprogramm zum Partyurlaub. "Die Kartbahn soll eine Attraktion werden, die ganzjährig Publikum an der Playa de Palma anlockt."
Doch die Anwohner gingen auf die Barrikaden. Die Sorge wegen des Lärms, der von den Flitzern ausgehen könnte, war groß. Die Investoren versuchten zu beschwichtigen, dass man nur Karts der neusten Generation einsetzen würde – und diese deutlich leiser seien als die Fahrzeuge, die nebenan auf der Autobahn unterwegs sind. Auch ein geplanter Biergarten wurde von den Playa-Bewohnern mit Argwohn betrachtet.
Beim MZ-Termin im Jahr 2015 erklärten die Investoren, man wolle zwar umweltfreundlich agieren, Elektro-Karts lehnten sie damals aber ab. Das große Problem seien die Batterien, hieß es, diese seien nicht ausgereift und auch ökologisch ein großes Problem.
Projekt bereits 2019 abgelehnt
Als die Stadt im Jahr 2019 das Projekt erstmals ablehnte, änderte sich diese Einstellung, wie ein Sprecher der Stadt nun gegenüber der MZ erklärte. "Es wurden einige Änderungen in den Plänen durchgeführt, unter anderem wollten sie nun Karts mit Elektromotoren einsetzen. Aber Motor bleibt Motor und nach der jetzt geltenden Lage ist jede Art von motorisiertem Betrieb auf dem Gelände verboten. Deshalb wurde das Vorhaben nun endgültig abgelehnt."
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