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Briten müssen sich ihren Mallorca-Urlaub ab 2025 von der EU genehmigen lassen

Die elektronische Einreisegenehmigung (ETIAS) verkompliziert ab 2025 die Einreise auf die Balearen für Nicht-EU-Bürger

Das ETIAS-Visum soll drei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses gültig sein (Archivbild).

Das ETIAS-Visum soll drei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses gültig sein (Archivbild). / DM

Matías Vallés

Matías Vallés

Seit dem EU-Austritt haben Briten auf Mallorca mit kleinen und größeren Alltagsproblemen zu kämpfen. Nun steht die nächste Schwierigkeit ins Haus, die vor allem die Kurzzeittouristen unter den jährlich etwa 3,7 Millionen britischen Balearen-Besucher betrifft.

Denn die EU wird 2025 ein neues Grenzsystem, das Entry/Exit System (EES) sowie eine elektronische Einreisegenehmigung (ETIAS) einführen, um die Sicherheit der Union gegenüber Bürgern aus sechzig anderen Ländern zu erhöhen. Die beiden Systeme sollen für alle Reisenden aus Drittstaaten gelten – dazu gehören auch die Briten.

Sowohl EES als auch ETIAS sollen im Laufe des Jahres 2025 schrittweise eingeführt werden. Allerdings ist es in der Vergangenheit bereits zu Verzögerungen gekommen. Medienberichten zufolge hatten Frankreich, Deutschland und die Niederlande den geplanten Start zum 10. November abgelehnt, da die Regierungen Zweifel an der notwendigen Stabilität und Funktionsfähigkeit des EES-Zentralsystems hatten.

So läuft der Antrag mit ETIAS

Das Inkrafttreten des ETIAS-Systems bedeutet für britische Reisende, dass sie eine ausdrückliche Genehmigung für Aufenthalte von weniger als sechs Monaten pro Jahr auf den Balearen benötigen. Dazu müssen sie zunächst ein entsprechendes Online-Formular mit persönlichen Angaben und Sicherheitsfragen ausfüllen. Dieser Aufwand ist zusätzlich mit der Zahlung einer Gebühr von sieben Euro verbunden.

Danach dauert es vier Tage, bis man einen genehmigten Bescheid erhält, der an den Reisepass gebunden ist. Die europäischen Behörden empfehlen, die Genehmigung vor der Buchung der Reise einzuholen. Fluggesellschaften und Hotels befürchten deswegen Komplikationen.

Da ETIAS Millionen von Briten betrifft, ist damit zu rechnen, dass es direkt nach der Einführung zu einer Flut von Anträgen kommt. Die Reisegenehmigung soll drei Jahre oder bis zum Ablauf des betreffenden Reisepasses gültig sein.

Erst ESS, dann ETIAS

Vor der Einführung von ETIAS muss das EES umgesetzt werden. Brüssel hat eine Frist von sechs Monaten zwischen der Fertigstellung der beiden Systeme gesetzt. Das Einreise-/Ausreisesystem ersetzt de facto die herkömmlichen Pässe durch elektronische Kontrollmethoden: Besucher aus Nicht-EU-Ländern werden künftig durch Gesichts- und digitale Scans identifiziert. Entscheidende Argumente für die Einführung von EES und ETIAS waren die Verstärkung der Grenzkontrollen der Union und die Modernisierung und Beschleunigung des Grenzübertritts.

Zur Einreise nach Großbritannien braucht es bald ETA

Das Vereinigte Königreich hat spiegelbildlich auf die EU-Maßnahmen zur Kontrolle reagiert: Von britischer Seite wird die kostenpflichtige elektronische Einreisegenehmigung (ETA) eingeführt. Sie tritt am 8. Januar zunächst nur für außereuropäische Länder in Kraft, die von der Visumpflicht befreit sind, darunter die Vereinigten Staaten und prominente Commonwealth-Mitglieder wie Kanada und Australien.

Wenn die geplanten Fristen eingehalten werden, benötigen Mallorquiner, Deutsche und andere EU-Bürger ab dem 2. April 2025 neben ihrem Reisepass auch die ETA, wenn sie nach Großbritannien reisen wollen.

EU-Bürger müssen dazu ebenfalls ein Online-Antragsformular ausfüllen und eine Gebühr von rund 12 Euro entrichten. Wenn der Antrag ordnungsgemäß gestellt ist, lassen sich die britischen Behörden bis zu drei Arbeitstage Zeit, bevor sie ihre Zustimmung geben. Die Einreisegenehmigung wird mit einem bestimmten Reisepass verknüpft und ist zwei Jahre lang gültig, solange das Dokument nicht abläuft. /bro

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