Renommierter US-Reiseführer rät von Mallorca-Urlaub ab
Fodor's hat die Insel gemeinsam mit Barcelona, Venedig, Lissabon und den Kanaren in der diesjährigen "No List" aufgenommen

Urlauber in der Innenstadt von Palma. / Nele Bendgens
Fliegen Sie 2025 nicht nach Mallorca. Das zumindest rät der renommierte US-Reiseführer Fodor's seinen Lesern. Gemeinsam mit anderen überstrapazierten Zielen in Südeuropa wie Barcelona, Venedig, Lissabon und den Kanaren, hat es die Insel in diesem Jahr in die so genannte "No List" geschafft. Darin werden Reiseziele aufgeführt, die unter einer nicht tragbaren Popularität leiden.
Bedürfnisse der Urlauber über Wohlergehen der Einheimischen gestellt
Die Begründung des Magazins: Zwar sei die Beliebtheit dieser Orte absolut berechtigt - sie seien überwältigend, fazinierend und kulturell bedeutend. Aber sie litten unter ihrer eigenen Berühmtheit. "Ein wesentlicher Faktor dabei ist der Hang der Regierungen dazu, die Bedürfnisse der Urlauber über das Wohlergehen der Einheimischen zu stellen. Dies kann zu nicht umkehrbaren Folgen führen, etwa Überteuerung, Homogenisierung oder gar Zerstörung."
Zumal das Reisevergnügen für die Urlauber durch die Situation ebenfalls eingeschränkt sei, so der 1936 gegründete Reiseführer. Sich durch überfüllte Städte schleppen sei frustrierend. Sightseeing an Orten, an denen die Einheimischen einem die Anwesenheit übelnehmen, sei bedrückend. Und durch eine vermüllte Natur zu wandern deprimierend.
Kein Boykottaufruf
Fodor's stellt klar: Es handele sich bei der Liste keinesfalls um einen Boykottaufruf. Sowas würde nur der Wirtschaft schaden, zudem würde es keinen bedeutenden Wandel mit sich bringen. Stattdessen wolle man auf Missstände hinweisen. "Der erste Schritt zur Problemlösung ist anzuerkennen, dass es eins gibt." Schließlich müsse man die beliebten Reiseziehele auch für die kommende Generation erhalten.
Als eines der großen Probleme der in der Liste aufgeführten Reiseziele macht der Reiseführer die Ferienvermietung aus, die dazu führe, dass die Einheimischen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Zudem würden Maßnahmen für die Verbesserung der Situation der Einheimischen immer nur langfristig angelegt. Wichtig sei aber schnelles, unmittelbares Handeln.
Positives Beispiel: Amsterdam
Als positives Beispiel für den Umgang mit dem ausufernden Tourismus wird Amsterdam angeführt. Die Stadt habe das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen ganz verboten und angekündigt, die Zahl der Flusskreuzfahrten bis 2028 zu halbieren. Zudem habe man die Zahl der Ferienwohnungen um 30 Prozent reduziert und den Bau von neuen Hotels ganz verboten. Fodor's schreibt aber auch: "Ob diese Maßnahmen ausreichen, bleibt abzuwarten."
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