Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Residentenrabatt bei den Mallorca-Flügen: Airlines fordern vehement 600 Millionen Euro von der Regierung

Der Preisnachlass von 75 Prozent gilt für alle auf den Balearen, den Kanaren sowie in Ceuta und Melilla gemeldeten Personen

Air Nostrum führt viele Regionalflüge für Iberia durch. Das Unternehmen wartet noch auf 200 Millionen Euro.

Air Nostrum führt viele Regionalflüge für Iberia durch. Das Unternehmen wartet noch auf 200 Millionen Euro. / Foto: Unternehmen

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google

Der Residentenrabatt auf Flügen von und nach Mallorca ist für auf der Insel gemeldete Reisende eine feine Sache: Die Zentralregierung übernimmt 75 Prozent des reinen Ticketpreises, der Passagier zahlt nur 25 Prozent. Steuern und Gebühren kommen allerdings noch extra obendrauf.

Der Rabatt gilt für alle Residenten auf den Balearen und den Kanaren sowie in den beiden auf dem afrikanischen Kontinent liegenden, aber zu Spanien gehörenden autonomen Städten Ceuta und Melilla. Der Zentralregierung in Madrid bereitet der Rabatt allerdings ordentlich Kopfzerbrechen, denn zumeist werden mehr Flüge in Anspruch genommen als im Haushalt Geld dafür eingeplant ist.

Iberia und Binter bekommen jeweils noch 200 Millionen Euro

Und noch komplexer wird die Situation, wenn es wie derzeit noch gar keinen Haushalt für das laufende Jahr 2025 gibt und mit dem bisherigen weitergearbeitet werden muss, die Zahlungen aus dem Residentenrabatt an die Airlines aber noch nicht erfolgt sind. Mehrere Fluggesellschaften haben sich deshalb mit der dringenden Forderung an die Zentralregierung gewandt, endlich die bestehenden Verbindlichkeiten aus dem Jahr 2024 zu begleichen.

Treffen der Airline-Vertreter mit dem balearischen Verkehrsminister José Luis Mateo (2. v. li.).

Treffen der Airline-Vertreter mit dem balearischen Verkehrsminister José Luis Mateo (2. v. li.). / CAIB

Laut dem Präsidenten der Vereinigung der spanischen Fluggesellschaften ALA, Javier Gándara, ist die Zentralregierung derzeit mit rund 600 Millionen Euro in Zahlungsrückstand. Am stärksten betroffen seien demnach die Gesellschaften Iberia mit Air Nostrum sowie Binter, die vor allem Flüge auf die Kanaren anbietet. Beide Airlines bekämen noch rund 200 Millionen Euro. Am wenigsten betroffen ist Air Europa mit 50 Millionen Euro. Gándara forderte die Zentralregierung auf, "so schnell wie möglich" zu bezahlen.

Ausstände aus dem März 2024

Das Problem sei nicht neu und wiederhole sich nahezu jedes Jahr. "Die Haushaltsmittel, die für die Residenten auf den Kanaren, den Balearen, in Ceuta und Melilla zur Verfügung stehen, sind unzureichend", kritisierte Gándara. Üblicherweise seien die Zahlungen aus der Zentralregierung mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten bei den Airlines eingetroffen. Doch inzwischen gebe es Ausstände, die aus dem März 2024 stammen. "Für die Fluggesellschaften stellt das ein großes Loch in der Bilanz dar", sagte Gándara.

Im Jahr 2023 wurden in Spanien 13 Millionen Flugtickets von der Zentralregierung subventioniert. Der Gesamtwert der Zuschüsse betrug rund eine Milliarde Euro. Eingeplant im Haushalt waren lediglich 560 Millionen Euro. Und im Jahr 2024 war der Differenzbetrag offensichtlich noch größer.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents