Neue Beschwerde-Hotline für Nachbarn von Ferienwohnungen auf Mallorca geplant
Die Initiative geht von der Vermietungsplattform Airbnb und dem balearischen Ferienvermietungsverband aus. Profis sollen Konflikte zwischen Urlaubern und Anwohnern schlichten

Das Zusammenleben zwischen Urlaubern und Anwohnern soll durch "We Respect" verbessert werden / EFE
Weniger Probleme zwischen Anwohnern und Urlaubergästen in Ferienwohnungen - das ist das Ziel des neuen Projekts "We Respect". Der Verband der Ferienvermieter auf den Balearen, Habtur, hat die Initiative jetzt gemeinsam mit dem Ferienvermietungsportal Airbnb vorgestellt. Um das Zusammenleben zwischen den Touristen und den Bewohnern zu fördern, soll es ab April eine Telefon-Hotline geben, an die sich Anwohner wenden können. Professionelle Mediatoren sollen dort bereitstehen, um Vorfälle wie Lärmbelästigung durch Partys oder Musik, Störungen in Gemeinschaftsbereichen, Bauarbeiten oder unzivilisiertes Verhalten und Vandalismus direkt und unkompliziert zu regeln.
Bereits in anderen Städten getestet
Laut Habtur-Geschäftsführerin Maria Gibert läuft die Initiative bereits in Städten wie Madrid, Barcelona und Valencia sowie in portugiesischen Reisezielen wie Lissabon. Gibert verteidigt die Branche, die „jeden Tag nachhaltiger und verantwortungsvoller wird.“ „Tausende Familien verstehen das soziale Nachhaltigkeitsversprechen, das dieser heute vorgestellte Plan repräsentiert“, betont sie.
Zunächst wolle man die Hotline auf Mallorca einrichten, später auch auf den anderen Balearen-Inseln. „Es wird eine zentrale Telefonnummer geben, über die Nachbarn Probleme melden können“, erklärt Gibert. Falls ein Problem einfach zu lösen ist, wird der Eigentümer oder Verwalter der Ferienwohnung eingreifen. Bei schwerwiegenderen Vorfällen wird der professionelle Mediationsdienst hinzugezogen, „um eine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen.“ Zudem beinhalte "We Respect" ein Handbuch für gute Praktiken, das in den Ferienwohnungen ausgelegt werden kann.
Unterstütztung von der Politik
"We Respect" wird auch von der balearischen Landesregierung unterstützt. Der balearische Tourismusminister Jaume Bauzà lobte das Engagement des Ferienvermietungssektors für "mehr Nachhaltigkeit und Exzellenz" und betonte, dass 70 Prozent der Ausgaben eines Urlaubers in Ferienwohnungen direkt im Reiseziel verbleiben.
Ebenfalls mit im Boot ist die Firma Roomonitor aus Barcelona. Sie will anhand des Projekts die Probleme des Zusammenlebens in Ferienwohnungen auf der Insel analysieren und quantifizieren um die Lage besser einschätzen zu können. Erste Ergebnisse werden wohl am Ende der Saison vorliegen. /somo
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