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Nach Millionenstrafe der Zentralregierung: Ryanair droht mit Preiserhöhungen in Spanien

Die Zentralregierung hatte der irischen Billigairline wegen ihrer Handgepäck- und Check-in-Tarife eine Strafe von 107 Millionen Euro aufgebrummt

Ryanair legt sich frontal mit der spanischen Regierung an.

Ryanair legt sich frontal mit der spanischen Regierung an. / DM

David Page

Mit Ryanair-Chef Michael O'Leary ist nicht gut Kirschen essen. Vor allem, wenn man sich mit seiner Billigairline anlegt. Das haben schon viele Politiker und Konkurrenten erfahren, gerade ist der spanische Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy an der Reihe.

Der exzentrische Ire O'Leary droht der spanischen Zentralregierung damit, die Ticketpreise für Ryanair-Flüge von und nach Spanien zu erhöhen, sollte das Verbraucherschutzministerium nicht die Strafe von 107 Millionen Euro zurücknehmen, die es gegen die Fluggesellschaft verhängt hat. Grund waren unter anderem aus Sicht der Zentralregierung widerrechtliche Extragebühren beim Handgepäck, Check-in oder auch bei SItzreservierungen.

Strafen sind laut O'Leary "illegal"

Nach Ansicht von O'Leary sind die Strafen "illegal". Sollten sie nicht zurückgenommen werden, würden die Ticketpreise der Airline steigen, die in Spanien mit 58 Millionen Passagieren im Jahr 2024 den größten Marktanteil hatte. O'Leary sagte unter anderem, dass der Verbraucherschutzminister die Pflicht habe, die EU-Regeln einzuhalten.

Diese europäischen Regelungen erlaubten jeder Airline eine unabhängige Preispolitik, und zwar ohne die Einmischung von "großartigen Ministern" wie Bustinduy. Laut O'Leary hat genau diese Preispolitik dazu beigetragen, dass die reinen Ticketkosten deutlich reduziert werden konnten.

Spanien will sich nicht einschüchtern lassen

Und der CEO holte weiter aus gegen die Zentralregierung. "Es ist typisch für linke Minderheitsminister zu glauben, dass die Unternehmen mit Geldstrafen belegen können, ohne zu merken, dass diese Kosten die Verbraucher zahlen müssen", sagte O'Leary weiter. Im Übrigen stehe die EU-Gesetzgebung zu Luftfahrttarifen über "absurden und illegalen Strafen, die sich dieser lächerliche Minister ausdenkt", erklärte der Ire.

Minister Bustinduy kündigte derweil an, sich vom Säbelrasseln von O'Leary nicht einschüchtern zu lassen und weiterhin die "Rechte der Verbraucher in Spanien zu verteidigen". Es sei eine "Strategie der Erpressung", die O'Leary an den Tag lege.

Gegenwind auch aus Brüssel

Trotzdem: O'Leary ist nicht der einzige, von dem Gegenwind kommt. Die EU-Kommission in Brüssel hat eine Untersuchung gegen die spanische Zentralregierung eingeleitet, um festzustellen, ob die Strafen gegen Ryanair und vier weitere Airlines in Gesamthöhe von 179 Millionen Euro rechtens sind. Spanien hat nun zehn Wochen Zeit, die Entscheidung zu begründen.

Danach hat die EU-Kommission ihrerseits zehn Wochen Zeit um zu entscheiden, ob die Begründung ausreicht, oder ob ein Verfahren gegen Spanien eröffnet wird. Diese Maßnahme kann allerdings bis zu neun Monate verschoben werden, um im Dialog zu einer Lösung zu kommen.

Die Anzeige gegen Spanien stammt von drei Luftfahrtverbänden, darunter auch der Internationale Luftfahrtverband IATA. Aus Brüssel heißt es derzeit noch abwartend, dass die EU im Prinzip Verbraucherschutz unterstütze, wenn dieser nicht die Freiheit der Unternehmen einschränkt, eine freie Preisgestaltung vorzunehmen.

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