Statt Hühnern nun Schweine: Initiator der Megafarm in Sineu plant spontan um
Die Balearen-Regierung und der Bürgermeister von Sineu sagen auch diesem Projekt den Kampf an. Allerdings bleibt die Frage, warum das Unternehmen 4,5 Millionen Euro für die Finca ausgegeben hat

Die Anwohner von Sineu sind auf jeden Fall gegen eine Megafarm, eine "macrogranja". / Joan Frau
Nur wenige Wochen nachdem die Balearen-Regierung ein Moratorium auf die Lizenz von Megafarmen auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln verabschiedet hat - auch um damit eine 750.000 Hühner fassende Zuchtanlage in Sineu zu verhindern -, kommt das Unternehmen Avícola Son Perot mit einer neuen Idee um die Ecke. Statt Hühnern will sie nun plötzlich 6.000 Schweine in mehreren großen Ställen auf dem Grundstück nur einen Kilometer außerhalb des Ortskerns von Sineu unterbringen. Eine entsprechende Modifizierung des ursprünglichen Projekts ist im Rathaus von Sineu eingegangen, wie auch der Bürgermeister Tomeu Mulet dem "Diario de Mallorca" bestätigte.
Demnach soll auf der Finca Son Vanrell zwischen Sineu, Lloret de Vistalegre und Maria de la Salut Platz nun eine Schweinezucht entstehen, mit der der Bedarf an Schweinefleisch auf der Insel zu einem Teil gedeckt werden soll. Das Unternehmen Avícola Son Perot warb für die Pläne und sprach von 67 Prozent weniger Wasserverbrauch, 90 Prozent weniger Stromverbrauch, 80 Prozent weniger Bedarf an Futtermittel sowie 91 Prozent weniger Platzbedarf und 58 Prozent weniger Abfällen, so denn von Hühnern auf Schweine umgestellt werde.
Auch dieses Projekt mit Moratorium nicht machbar
Allerdings haben sowohl Bürgermeister Mulet als auch die Sprecherin der Volkspartei PP im Balearen-Parlament, Marga Durán, klargestellt, dass auch eine Schweinezucht nicht mit den aktuell geltenden Regelungen vereinbar ist. Die Balearen-Regierung habe die Lizenz "definitiv" verweigert. Das Unternehmen müsse ein komplett neues Projekt einreichen, erklärte Durán.
Das sei derzeit aber "nicht machbar", weil derartige Megafarmen momentan nicht erlaubt seien. Des Weiteren kündigte Durán an, dass das Landwirtschaftsministerium prüfen werde, im Rahmen des geplanten neuen Landwirtschaftsgesetzes endgültig derartige große Farmen auf den Balearen zu verbieten. Unter anderem heftige Proteste aus der Bevölkerung in Sineu hatten dazu geführt, dass sich die Landesregierung zu einem Moratorium durchringen konnte.

Der balearische Landwirtschaftsminister Joan Simonet im Balearen-Parlament. / Isaac Buj/EP
Es bleibt ein Rätsel
Nun bleibt bei der ganzen Angelegenheit aber eine Frage: Warum hat Avícola Son Perot 4,5 Millionen Euro für eine Finca ausgegeben, auf der das Unternehmen keine Lizenz für sein geplantes Geschäftsmodell bekommt? Welches Unternehmen investiert eine solche Summe, obwohl überhaupt nicht klar ist, ob die geplanten Geschäftstätigkeiten dort überhaupt erlaubt sind?
Diese Frage stellte auch der sozialistische Abgeordnete Marc Pons im Balearen-Parlament am Dienstag (4.2.). Und er ging einen Schritt weiter, um anzudeuten, dass es möglicherweise Treffen des Unternehmens mit der Politik gegeben habe. Pons fragte den balearischen Landwirtschaftsminister Joan Simonet direkt: "Können Sie bestätigen, dass weder Sie noch jemand aus Ihrem Team sich mit dem Projektträger an einen Tisch gesetzt haben, um ihm zu sagen, dass sein Projekt durchgehen wird?"
Simonet antwortete nicht auf die Frage von Pons. "Ich weiß nicht, wie weit Sie noch gehen wollen, um die Regierung zu attackieren", gab der Minister zurück. Pons warf Simonet vor, dass das Dekret, das den Bau der Megafarm in Sineu verbietet, "ohne Ehrgeiz und lax" sei, weshalb der Unternehmer nun das neue Projekt präsentiert hat. /jk
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