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Runder Tisch für die Zukunft des Tourismus auf Mallorca: So geht es jetzt weiter

Die zwölf Arbeitsgruppen haben fünf Oberziele erarbeitet, die nun mit konkreten Maßnahmen erreicht werden sollen

Die Interessensvertreter mit Minsterpräsidentin Marga Prohens am Donnerstag (27.2.).

Die Interessensvertreter mit Minsterpräsidentin Marga Prohens am Donnerstag (27.2.). / CAIB

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Im Mai 2024 haben sich 140 Vertreter der verschiedensten Interessensgruppen auf Mallorca auf Einladung der Balearen-Regierung versammelt, um gemeinsam in insgesamt zwölf Arbeitsgruppen darüber zu sprechen, wie der Tourismus auf den Inseln künftig ökologisch und sozial nachhaltiger werden kann.

Jetzt, ziemlich genau neun Monate nach dem ersten Treffen, hat die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens die erste Phase für beendet erklärt und am Donnerstag (27.2.) ein Strategiepapier vorgestellt. Darin sind die Grundzüge festgehalten, wie es nun weitergehen soll. Konkrete Maßnahmen stehen hier noch nicht drin. Diese werden auf Basis der 350 Seiten umfassenden "Bases de Agenda de Transición" (in etwa: Grundzüge der Agenda für den Wandel) ausgearbeitet.

Fünf Oberziele

Festgehalten sind in dem Dokument 247 Faktoren, die zu diesem Wandel im Tourismusmodell führen sollen. Darunter sind 59 strategische Ziele und 65 Entwicklungsziele. "Wir kommen jetzt von der Phase des Nachdenkens zur Phase, in der wir handeln", sagte Prohens bei der Vorstellung in der balearischen Hotelfachschule.

Über allen Überlegungen thronen laut Prohens fünf Oberziele:

  • den Druck auf die Umwelt zu verringern und die Naturräume bewahren
  • das Wohlbefinden und die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung verbessern
  • das Tourismusmodell zur Nachhaltigkeit führen
  • die Regierungsführung für die Bürgerbeteiligung stärker zu öffnen
  • die Anpassungsfähigkeit der Balearen an die globalen Herausforderungen stärken.

Statt zwölf künftig nur noch fünf Gruppen

Die Landesregierung, so Prohens, werde in Kürze "konkrete Maßnahmen" ergreifen, die eine "Eindämmung" des Tourismus zum Ziel haben. Gleichzeitig sollen es Maßnahmen sein, die im größtmöglichen Konsens verabschiedet werden sollen - mit kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Vorschlägen. Damit beginnt nun die zweite Phase der Arbeitsgruppen.

Diese zwölf Gruppen werden nun zu fünf Gruppen reduziert - eine für jedes Oberziel. Ein wenig blickte Prohens dann doch schon voraus auf mögliche Regelungen. Diese sollten zum Beispiel die Wettbewerbsfähigkeit der Inseln neu definieren und die Strategie der hohen Urlauberzahlen und günstigen Preise endgültig hinter sich lassen.

Mehr Kontrolle und Steuernachlässe für Unternehmer

Zusätzlich sollen neue Maßnahmen zur Kontrolle der Urlauberzahlen getroffen werden, wozu auch die bessere Überwachung der Ferienvermietung gehört. Auch eine effizientere Lenkung der Touristenströme und eine neue Strategie bei der Steuer für nachhaltigen Tourismus je nach Jahreszeit soll dazugehören.

Es werde auch weitere Steuernachlässe für Unternehmer geben, die in nachhaltige Technologien investierten. Außerdem sollen die Tourismusstrategien besser an jede der vier Inseln angepasst werden. Auch die grundlegende Renovierung von in die Jahre gekommenen Hotels und andere touristische Unterkünfte sollen gefördert werden. Es handle sich nicht mehr um punktuelle Maßnahmen, sondern um eine komplett neue Strategie, erklärte Prohens.

Erste Reaktionen zu dem von Prohens vorgestellten Dokument waren positiv. "Das ist ein Leitfaden für die Zukunft", lobte der Vorsitzende der mallorquinischen Hoteliersvereinigung FEHM, Javier Vich. Auch die Gewerkschaften UGT und CCOO äußerten sich wohlwollend. Und auch der Unternehmerverband CAEB sprach von "einem zukunftsweisenden Projekt, damit unsere Kinder und Enkel bessere Inseln erleben können".

Mehrere Gruppierungen haben die Arbeitsgruppen bereits verlassen

Prohens ging derweil auch auf die Gruppierungen und Verbände ein, die die Arbeitsgruppen vorzeitig verlassen hatten. Unter anderem die Umweltschutzorganisation GOB und die Bürgerbewegung Fòrum de la Societat Civil hatten rund um den Jahreswechsel angekündigt, dass sie aus den Arbeitsgruppen ausscheiden.

Der GOB hatte Prohens vorgeworfen, mithilfe des Dialogs mit der Zivilgesellschaft nur das eigene Image aufbessern zu wollen. Das Fòrum de la Societat Civil kritisierte die Methodologie und die Beteiligungsmöglichkeit in den Arbeitsgruppen.

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