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"Gästebetten in der Ferienvermietung müssen verschwinden": Hoteliers reagieren auf Maßnahmenpaket der Balearen-Regierung

Die Vorschläge zur Begrenzung der Ferienvermietung gehen den Hoteliers nicht weit genug. Andere Aspekte des geplanten Dekrets begrüßen sie

FEHM-Vizepräsidentin María José Aguiló (2. v. li.) bei der Tourismusmesse ITB in Berlin mit Ministerpräsidentin Marga Prohens (3. v. re.) und Tourismusminister Jaume Bauzà (re.).

FEHM-Vizepräsidentin María José Aguiló (2. v. li.) bei der Tourismusmesse ITB in Berlin mit Ministerpräsidentin Marga Prohens (3. v. re.) und Tourismusminister Jaume Bauzà (re.). / CAIB

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Das Maßnahmenpaket der Balearen-Regierung gegen die Überfüllung auf Mallorca und den anderen Inseln speziell in der touristischen Hochsaison hat am Freitag (7.3.) zu zahlreichen Reaktionen geführt. Unter anderem meldete sich die mallorquinische Hoteliersvereinigung FEHM zu Wort.

Die Vizepräsidentin der FEHM, María José Aguiló, begrüßte in einer ersten Stellungnahme zwar strengere Kontrollen der illegalen Ferienvermietung und das geplante Verbot von neuen Ferienwohnungen in allen Mehrfamilienhäusern der Insel sowie die Bemühungen der Landesregierung, die Balearen zu einem nachhaltigeren Reiseziel zu machen - sowohl ökologisch als auch sozial.

Nicht einverstanden ist die FEHM allerdings damit, dass die zeitlich begrenzten Lizenzen für die Ferienvermietung nicht auslaufen. Und eine Reform der Steuer für nachhaltigen Tourismus und somit eine Erhöhung lehnen die Hoteliers rundherum ab.

Maßnahmen, die die FEHM seit Langem fordere

In einer Pressemitteilung fasste die FEHM ihre Anliegen zusammen. Die Hoteliers loben im Grundsatz die Bemühungen der Balearen-Regierung, auch wenn sie nicht mit allen einverstanden seien. Denn: man "kommt endlich vom Reden ins Handeln". Und: Es seien Maßnahmen dabei, die die FEHM bereits seit Langem fordere.

So sei eine Kontrolle der Ferienvermietung, sowohl des legalen als auch des illegalen Angebots, wichtig, um eine Lenkungswirkung zu erreichen. Allerdings sei es nicht wirklich ein Fortschritt, wenn in Mehrfamilienhäusern "angesichts der Wohnungsnot" keine neuen Vermietungslizenzen dazukommen dürfen. "Es gibt ohnehin keine andere Option. Das ist eine echte Notwendigkeit und eine Forderung der Bevölkerung", heißt es in der Mitteilung weiter. Die FEHM kritisiert auch, dass diese Entscheidung so spät kommt. Wäre sie früher getroffen worden, hätte man einen Zuwachs von 92.000 Gästebetten in der Ferienvermietung seit 2015 verhindern können.

Der "wahre Mut", so die FEHM weiter, liege darin, diese zeitlich begrenzten Lizenzen gar nicht mehr zu erneuern. "Diese Gästebetten müssen verschwinden", erklärte Aguiló weiter. Noch ist nicht klar, ob sich die Landesregierung auf diese Forderung einlässt. Erschweren will sie den Eigentümern eine Erneuerung der Lizenz allerdings.

Nötige Mittel für die Kontrolle

Die Verfolgung der illegalen Ferienvermietung sei "angemessen", alle Vorschläge der Landesregierung seien zu begrüßen. Allerdings dürfe dieses Vorhaben nicht nur im Dekret stehen, sondern die Kontrollinstanzen müssten auch mit den dafür nötigen Mitteln ausgestattet werden. Hier zumindest hat sich in den zurückliegenden Monaten schon einiges getan. Der Inselrat erhöhte die Zahl der Inspekteure und verdoppelte die Mindeststrafe für illegale Angebote auf 80.000 Euro.

Auch begrüßt die FEHM die Pläne, in die Jahre gekommene Hotels und solche, die nicht mehr gebraucht werden, zu Wohnungen umzubauen und der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Höhere Steuer gleich weniger Ausgaben am Urlaubsort

Ganz und gar nicht einverstanden sind die Hoteliers mit der geplanten Erhöhung der Steuer für nachhaltigen Tourismus. Die Abgabe bringe keine Resultate, die gesamte Ausrichtung sei ein Irrtum. "Jede zusätzliche Belastung hat direkte Auswirkungen auf die Ausgabefreudigkeit der Urlauber am Reiseziel, vor allem im Einzelhandel, in der Gastronomie und in den Freizeitangeboten."

Neben den Maßnahmen zur Ferienvermietung und der Touristensteuer kündigte die Balearen-Regierung am Freitag auch eine neue Steuer für nicht auf der Insel zugelassene Autos an. Der Gesetzesentwurf muss noch im Parlament mit den verschiedenen Fraktionen diskutiert werden. Die Landesregierung unter der konservativen Volkspartei PP hat keine Mehrheit im Parlament und ist auf eine Einigung mit anderen Parteien angewiesen, um das Gesetz zu verabschieden.

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