Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Beliebtes Urlauberhotel Botel Alcudiamar muss nach mehr als 25 Jahren dichtmachen – es war von Anfang an illegal

Der mallorquinische Umweltverband kann einen Erfolg in einem jahrelangen Rechtsstreit verkünden

Schon immer illegal: Das Hotel Botel Alcudiamar am Yachthafen von Port d'Alcúdia.

Schon immer illegal: Das Hotel Botel Alcudiamar am Yachthafen von Port d'Alcúdia. / Gob

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

"Willkommen Ihrer Unterkunft für Segler" steht groß auf der Website des Hotels Botel Alcudiamar am Yachthafen von Port d'Alcúdia. Doch ausschließlich eine Herberge für seetüchtige Reisende war das Hotel nie. Stattdessen galt es in den rund 25 Jahren seit seiner Fertigstellung häufig als eine der beliebtesten Vier-Sterne-Unterkünfte der Insel, lockte mit Direktzugang zum Strand, mediterraner Gastronomie und Sporttourismus in den Bergen. Doch dafür hatte das Hotel nie eine Lizenz.

Wie Mallorcas größter Umweltverband Gob am Dienstag (18.3.) in einer Pressemitteilung bekanntgab, hat der Oberste Gerichtshof endgültig entschieden, dass das Hotel schließen muss. Ein entsprechender Antrag ging an das zuständige Tourismusdezernat im Inselrat heraus. Gob war einer von mehreren Verbänden, der einen jahrelangen Rechtsstreit gegen das Hotel angezettelt hatte. Hintergrund: Das Hotel verfügte nur über eine Lizenz als "Segelschule und Unterkunft für Segler." Dem gaben die Richter nun statt.

Bauantrag im Jahr 1998

Die Geschichte des Botel Alcudiamar reichen ins Jahr 1998 zurück. Damals hatte der Bauträger Troti beim balearischen Tourismusministerium die Erlaubnis beantragt, das Hotel bauen zu dürfen. Es sollte 106 Zimmer mit 201 Gästebetten enthalten. Ein Jahr später, im Januar 1999, erhielt er die Genehmigung, allerdings mit einem Hinweis: Die Lizenz des Tourismusministeriums verliere seine Gültigkeit, wenn nicht innerhalb von sechs Monaten die erforderliche Baugenehmigung bei der Gemeinde beantragt werde.

Im Oktober desselben Jahres erhielt das Ministerium dann Rückmeldung von der Verwaltung in Alcúdia. Ein Antrag seitens der Bauträger sei nicht eingegangen, hieß es. Darüber hinaus teilten die Mitarbeiter im Rathaus mit, dass am geplanten Standort des Hotels nur Räumlichkeiten für eine Segelschule und für Seeleute zugelassen seien, nicht aber für ein Hotel. Es folgte ein Rechtsstreit, der im Jahr 2002 mit einem ersten negativen Urteil des Obersten Gerichtshofs für die Betreiber ausfiel: Der Bau des Hotels war in der Form illegal. Im Jahr 2004 wurde dieses Urteil modifiziert. Das Hotel blieb geöffnet, fand mehrfach in den folgenden Jahren in den Listen der beliebtesten Unterkünfte der Insel Erwähnung.

Neue Urteile ab 2018

Doch der Unmut blieb bestehen. Im Jahr 2019 verweigerte die Stadt Alcúdia dem Hotel erneut die Lizenz. Im Jahr 2022 entschied der Oberste Gerichtshof ebenfalls aufgrund der Klage vom Gob, dass das Hotel illegal sei. Dagegen legten sowohl die Balearen-Regierung als auch die Betreibergesellschaft Einspruch ein. Diese wurden 2023 abgelehnt. Die Behörden wurden aufgefordert, die Schließung zu veranlassen. Allerdings fiel dies in die Zeit, als die Tourismus-Hoheit von der Balearen-Regierung in den Inselrat wechselte. Daraufhin stellte der Gob den Antrag der Schließung erneut und übersandte die Akten an den Inselrat.

Anfang Februar legte die Betreibergesellschaft einen letzten Einspruch ein, doch dieser wurde nun abgeschmettert. Das Hotel muss spätestens Mitte Mai schließen. Das Gebäude darf in Zukunft nur noch für nautische Zwecke verwendet werden.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents