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Spaniens Rekordstrafe gegen Ryanair und Co.: Ziehen andere Länder jetzt nach?

Der spanische Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy kündigt mögliche weitere Strafen in den Nachbarstaaten an

Eine Maschine von Ryanair (Symbolfoto).

Eine Maschine von Ryanair (Symbolfoto). / Thomas Banneyer/dpa

Glaubt man den Worten von Spaniens Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy, könnte es bald ungemütlich werden für die europäischen Billigfluglinien. Nachdem die spanische Regierung im November vergangenen Jahres eine Rekordstrafe in Höhe von 179 Millionen Euro gegen die Fluggesellschaften Ryanair, Vueling, Easyjet, Norwegian und Volotea ausgesprochen hatte, wollen nun andere europäische Länder offenbar nachziehen.

Dies erklärte der Minister in einem Interview mit dem katalanischen Radiosender "Catalunya Radio". Bustinduy bezog sich auf ein Treffen des Europäischen Verbraucherverbands BEUC, das am 20. März in Madrid stattfand. Dort hätten Verbraucherschutzverbände aus 31 Ländern der Regierung signalisiert, dass sie die Strafe nicht nur unterstützten, sondern auch eigene Strafverfahren gegen die Airlines auf den Weg bringen wollen.

Stolz, ein Vorreiter zu sein

Bustinduy, den Ryanair-Chef Michael O'Leary gerne als "verrückten Kommunisten" sowie als Clown bezeichnet, erklärte gegenüber dem Radiosender, er sei stolz darauf, dass Spanien in Sachen Verbraucherschutz für Fluggäste ein Vorreiter in Europa sei. "Jahrzehntelang hatten wir uns daran gewöhnt, dass Konzerne die Bedingungen und die Regeln des Marktes festlegen könnten", sagte er.

Ryanair-Chef Michael O'Leary attackert den spanischen Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy als Clown.

Ryanair-Chef Michael O'Leary attackert den spanischen Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy als Clown. / J. Guillén/Efe

Der Forderung der Branche, derzeitige Regelungen besonders hinsichtlich der Umweltauflagen zu locken, erteilte er eine Absage. "Wir dürfen keinen Millimeter zurückweichen. Die ökologische Transformation ist eine industrielle Revolution und kann nicht warten. Sie ist weder nebensächlich noch ein Luxus, sondern eine notwendige Voraussetzung dafür, dass unsere eigenen Wirtschaftssysteme mittelfristig tragfähig bleiben."

Darum wurden die Airlines bestraft

Das spanische Verbraucherschutzministerium hatte im November 2024 eine Strafe in Höhe von 179 Millionen Euro gegen die fünf Airlines verhängt, die auch regelmäßig Mallorca-Flüge anbieten. Das Ministerium sah es als erwiesen an, dass die Fluggesellschaften widerrechtliche Praktiken einsetzen.

Dazu gehören unter anderem Gebühren fürs Handgepäck oder Extra-Kosten, wenn man neben betreuungsbedürftigen Mitreisenden, etwa Kindern, sitzen möchte. Auch die horrenden Kosten, die bei Ryanair anfallen, wenn das Ticket am Schalter ausgedruckt wird, werden bemängelt. Zudem befand das Ministerium, dass die Fluggesellschaften teilweise eine für den Kunden undurchschaubare Preispolitik verfolgten.

Den größten Batzen der Strafe bekam Ryanair mit 107 Millionen Euro ab. Vueling soll 39 Millionen Euro blechen, Easyjet kommt mit 29 Millionen Euro davon. Deutlich geringere Strafen fielen für Norwegian (1,6 Millionen Euro) und Volotea (1,2 Millionen Euro) an.

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