Deutsche Studenten untersuchen, wie touristisch das Zentrum von Palma wirklich ist
28 junge Leute von der Ascenso Akademie arbeiten dafür mit der Bürgerinitiative Palma XXI zusammen. Unter anderem sollen sie die Ladenstruktur im Zentrum untersuchen und Einheimische zur Akzeptanz der Urlauber befragen

Urlauber an der Kathedrale von Palma. / Europa Press
Die Bürgerinitiative Palma XXI nimmt Anlauf, um zum dritten Mal zu ermitteln, wie viele Urlauber das Zentrum von Palma verträgt. Bereits 2018 und 2020 gab es die sogenannten "Estudios de capacidad de carga de la ciudad", wobei die jüngste Ausgabe unter dem Eindruck der Corona-Pandemie verfälschte Ergebnisse brachte. Mithelfen werden diesmal 28 Studentinnen und Studenten der Ascenso Akademie, einem Ableger der Hochschule im sächsischen Mittweida. Die jungen Menschen sollen vor allem bei Untersuchungen und Umfragen auf der Straße mithelfen.
Die Kooperation liegt auf der Hand, denn Palma XXI und die Ascenso Akademie sind im selben Gebäude in der Altstadt von Palma untergebracht, wie der Akademische Leiter von Ascenso, Jürgen Bösemeyer, erklärt. "Regelmäßig haben wir deshalb Verantwortliche von Palma XXI in unseren touristischen Modulen als Gastredner in unserer Hochschule", sagt Bösemeyer. So habe man darüber nachgedacht, ein größeres Projekt gemeinsam auf die Beine zu stellen. Und in diesem Sommersemester ist es nun so weit.
Gibt es wirklich nur noch Geschäfte für Urlauber?
Im Rahmen des Studienmoduls "Marktforschung und Statistik" sollen die Studentinnen und Studenten vor allem Daten rund um den Tourismus im Zentrum von Palma sammeln und auswerten. Und zwar sowohl in der Feldforschung als auch in der Befragung von Urlaubern und Einheimischen. Die Zielsetzung: "Wir wollen herausfinden, ob sich im Vergleich zu 2018 etwas im Stadtbild geändert hat, ob es inzwischen wirklich deutlich mehr Geschäfte oder Angebote gibt, die rein auf Urlauber spezialisiert sind", sagt Jürgen Bösemeyer. Das subjektive Empfinden sei auf jeden Fall so, nun müsse es mit Daten und Fakten verifiziert oder widerlegt werden.
Dabei soll unter anderem auch die Ladenstruktur anderer touristischer Städte mit der von Palma verglichen werden. Aber auch Städte, die in etwa so groß wie Palma seien, aber nicht vom Tourismus geprägt sind, wolle man untersuchen. Mit den Erkenntnissen soll eine Karte des Zentrums mit allen Läden erstellt werden. Auch um die Frage, wie viel Umsatz allein die Urlauber in der Stadt generieren, soll es gehen.
Wie sieht es mit der Akzeptanz der Einheimischen aus?
Zudem soll das Thema Akzeptanz von Tourismus untersucht werden. Dazu wollen die Studentinnen und Studenten vor allem Einheimische auf der Straße befragen. Das Thema Überfüllung oder Overtourism könne dabei durchaus auch eine Rolle spielen, erklärt Bösemeyer.
Die genauen Forschungsfragen stehen noch nicht fest und sollen bis nach Ostern konkretisiert und dann an die jungen Leute verteilt werden, die in Kleingruppen sieben unterschiedliche Fragestellungen untersuchen sollen. Einige der Gruppen seien bereits losgezogen, um erste Beobachtungen einzufangen. Die Ergebnisse sollen dann zum Ende des Sommersemesters im Juli vorgestellt werden.
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